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Johannes von Müller Briefe.
letzigen Verfassungen, die Fortschreitungen unsererCultur, die Geschichte unserer Menschheit, unserePatrioten und Helden in Friedenszeitcn, habenwir noch wenig. Wollte der Himmel! ich könntediese Lücken auch nur zum Theil ausfüllen, auchnur die Bahn vorzeichnen, auch nur die Meilen-zeiger und Märchen setzen.
Wenn ich schon wüßte, daß Sie mein Freundseyn wollten, so würd' ich eine Frage wagen: Pa-trioten und große Helvetier haben bis dahin michmit Beiträgen reichlich unccrstützt. Würde wohlauch ein Balthasar mir seine Schatze nicht ver-sagen? Würde er wohl, um das Vergnügen mit-telbar und unmittelbar die Geschichte seines Va-terlandes umgeschaffen zu haben, und um denPreis meiner ganzen aufrichtigen Freundschaft,mir den Gebrauch seiner vortrefflichen Sammlun-gen erlauben? Eine Betrachtung macht mich et-was schüchtern. Ich veranlasse bei Ihnen den ge-rechten Verdacht, alü sucht' ich erstlich Ihre Bei-träge und dann zuletzt erst Ihre Freundschaft? Ickschwöre Ihnen bei der Asche unserer Vater, daßIhre Freundschaft, edler Patriot! mir unschätzbarseyn wird, wenn Sie mir auch kein Blatt von Ih-ren Sammlungen geben. Danken werde ich Ihnenwohl, in Briefen und daß es die Welt hört, wennSie mir mein Ansuchen gewähren ; schätzen und lie-ben werde ich Sie, wenn Sie sie mir auch nichtgewähren.
Kann ich Ihnen jemals, als Geschichtforscher,als Bürger oder als Mensch, dienen, so erwarteich Ihren Wink, und werde mich glücklich schätzen.
Leben Sie wohl. Bis ich mich Ihren Freundnennen darf, nenne ich mich
Ihren ergebensten DienerJohann Müller.