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Johannes von Müller Briefe.
Ich lese mit unendlichem Vergnügen Montai-gne, und erstaune, meine eigenen Erfahrungenund Gefühle so wahr, so vollständig, seit 2«»Jahren gedruckt, zu lesen. Im ersten Theil, dennweiter bin ich noch nicht, müssen Sie das 9 te, 22und 25 ste Capitel als Pädagoge lesen. Thun Siees ja! Ich stehe Ihnen für Vergnügen, wenn auchnicht für neue Belehrung. Mir ist mein Freundvon Aiegler, was la Boötie Montaigne'!!, wasScipio dem Lälius, was mit Einem Wort ein voll-kommen vertrauter Freund seyn kann, dergleichenjeder nur Einen, zum höchsten zwei, aber. unterseinen Mitbürgern, persönlich, haben kann. Erstudirt Erziehungskunst mit ungemeinem Eifer,nach Chalotais und Ihren und Rousseau's Grund-sätzen, mit Geschmack und Wahl und Geist. Ohnediesen v. A. könnte ich es hier oft nicht aushalten:er aber zerstreut alle Wolken und heitert mich aufeinmal wieder für viele Tage auf. —
Leben Sie und Ihre liebenswürdige Frau undDortchen ja rechr wohl! Ihr rc.
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Herrn Professor Schlözer in Göttingen.
Schaffhaustn, 22 Jan. 1773 .
— Ich habe Ihnen in einem vorigen Briefe mit'Begeisterung von Helvetius geschrieben (dessenBuch Oie l’esprit) Sie mir in Göttingen so sehranpriesen) ; diese Begeisterung hat durch die Ieitzwar etwas abgenommen, nur aber um sich in kalteraisonnirende Ueberzeugung zn verwandeln. Füß-lin liebt den Mann eben so und liest ihn allepaar Jahre wieder. Ich einmal habe die Annalenmeiner Seele und Neigungen bei ihm am wahrstem