Johannes von Müller Briefe.
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so wird es meine Pflicht seyn, Ihnen dieselbe in-teressant zu machen. Ich bin, wie immer, ganzIhr Erzener.
An Herrn Nicolai, besonders.
Schaffhausen, 2 Jan. 177 4.
— Ich lege mein Amt nieder und gehe nachGenf, ii'.o ich gegen einige angenehme und leichtePflichten im vergnügtesten und in einem brillantenPrivatstande lebe. Nun habe ich meine Arbeitenplanmäßig geordnet, bin neubelebt und arbeite mitdoppelter Lust. Ich habe mir in. Italien, Frank-reich und England Bekanntschaften erworben, binauf Einmal über die bisherigen Hindernisse weg,habe den Grundstein meines Glücks gelegt und eineglänzende Laufbahn mir eröffnet. Von nun anhabe ich die große Welt und eine Retraite bei mei-nem Freund im Pays de Vand für mein Etablisse-ment offen, kann auch künftig im Vaterland aufungleich MehrereS prätendiren. Ehe ich die Fesselnbrechen, ehe ich die Verzauberung zerstreuen konnte,hatte ich einige Wochen die verzweifeltste Zeit seitmeiner Geburt. Ich kam aus Aenßerste, die Ge-burt meines Glücks war schmerzhaft, wie die desersten Kindes. Aus besonderer Vorsicht schrieb ichniemandem ohne Noth, aber in einer dieser neblich-ten Stunden, ohne alle böse Absicht, den vorletztenBrief an Sie, kalt, wie mein Herz im Verdrußwerden wollte, unvollständig und unbestimmt, wieman in einer solchen Lage schreibt, in einem Ton,welcher denen, die es wußten, aus der Revolutionmeiner Umstände erklärlich, Ihnen, die nichts wuß-ten, unbegreiflich seyn mußte*).-Wenn
*) Nicolai war wirklich über denselben etwas empfindlichgeworden.
2. v. Müllers fämmtl. Werke. XXXVII. 12