178 Johannes von Müller Briefe.
ich mich zu hart über die Unbequemlichkeiten IhrerLande ausgedrückt habe, so kam dieß aus dem Be-griff, welchen ich durch verschiedene Erzählungenvon der Lage einiger Berlinischen Gelehrten unddurch Winckelmanns Donnerwvrte in einigen sei-ner Briefe davon bekommen hatte. Ich bin abervon der Unzuverlässigkeit solcher Vorstellungen ausundetaillirten Anekdoten- und den Ausdrücken einesgroßen, aber zugleich auch äußerst kaustischen Ge-nic's so überzeugt, daß dieses auf meinen beilie-genden Entschluß gar nicht eingefloffen. Außerden daselbst berührten Beweggründen war folgen-der auch einer: Geschichte, Politik und die dazuunentbehrliche Philosophie der menschlichen Seeleund des Körpers, nebst den Wissenschaften, so dieSchreibart bilden und die man für die Gesellschaftlernt, dieß — nie aber das von alle dem unterschie-dene Srziehungswescn war der Gegenstand meinerArbeiten und Untersuchungen. Ich bin so ganzdarin und fühle mich so stark eingenommen, daßich um 1100 Gulden vielleicht vor einem hal-ben Jahre, da ich keinen andern Ausweg wußte,nicht aber nun, da sich mir bereitet, was ich wün-sche, diesen Plan meines Lebens verändert habenwürde. —
— Fahren Sie fort, dieß ist mir über alles,meine Schreibart freimüthig zu tadeln. Ichbitte Sie bei unsrer Freundschaft. Der Vortragerwirbt und nimmt Publicität und Unsterblichkeit.Sev'n Sie versichert, Ihr Tadel ist mir unendlichschätzbar, aber begleiten Sie ihn, wie bis dahin,mit Gründen.
Ein Punkt der Vocation war mir doch sehr be-schwerlich: Keinen ganzen Tag abwesend seyn —und ich liebe die Reisen und die Freiheit so sehr!
Herrn Lambcrts Organvu wird von einem