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Johannes von Müller Briefe.
mit zweihundert Rthlr. Gehalt an. S. obenTh. XXX, S. 29 not. vergl. S. 54. f.
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An Herrn Johann von Zicgler in Schaff-hausen. '
Genf, 7 Mai 177».
Glaube nicht, mein theurer Freund, mein Herzsey so kalt, als diese Eisberge, au deren Fuß ichschreibe. Es ist an dem, daß meine Freunde alle, .auch die zu Zurich, Bern, in Uri, in Solothurnund Berlin, so etwas glauben könnten: denn außereinigen wenigen Briefen habe ich in diesem Landnnvcrantwortlicherweise bisher meine Correspon-de»;, die sogar, welche mein Herz gebeut, verab-säumt. Es sind nicht bloß die unausweichlichenZerstreuungen, nicht die neuen Bekanntschaften al-lein; ich suche nicht viele, als welche mir der Herrvon Bonstetten hier hinterlassen, und welche michals einen Bruder ihres Freundes ansehen. Ichgebe meinen Zerstreuungen den gleichen Zweck, wiedem, was man Geschäfte nennt, und lese hier amUfer der Arve, oder unter diesen Felsen des Jura,oder in diesen schönen Fluren der alten Bischöfe vonGenf, in den Armen Trewbley's die Annalen desTacitus, die großen Dichter der französischen Na-tion und die Schriften der Philosophen. Es istwahrlich das Vaterland, welchem ich die Wollust,mit dir zu schwatzen, aufgeopfert habe. Ich studire »hier seine Geschichte mit einer Theilnehmung, wel-che kein Republicaner altmodisch finden sollte. Ichfalle über die Monumente der alten Zeit mit wah-rem Heißhunger her, und daß meine Ideen sich er-weitern, daß sie sich generalisiren, daß ich die Städteund Länder der Eidgenossen von der Höhe herunter