Johannes von Müller Briefe.
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An Hrn. Capitain Ioh. Ludwig von Peycrin Schaffhausen *).
Bessknge bei Genf, ri Juni. 177-i-
— Ich soll Ihnen ohne Zweifel von meinen Be-schäftigungen schreiben; gute Bürger schreiben nurvon dergleichen; die schlechtem Menschen von neuenWollüsten, und die Diener der Könige von Erobe-rungsplanen. Ich schätze mich glücklich, die Wissen-schaften früh gekannt zu haben, und wenn ich demVaterlande nichts schuldig wäre, so möchte ich nachEicero's Project w javyiu ixf.ru (piXotroipinç xcaa&v.Gegenwärtig habe ich mich auf zwei Beschäftigungeneingeschränkt. Erstlich erforsche ich mit mehr Eiferund Erfolg, als noch nie, die Geschichte und Ver-fassung des Vaterlandes. Zwar eine helvetische Ge-schichte kann in diesem Jahrhundert kein Menschschreiben. Wir müssen erst die Natur, die Gesetze,die innern Begebenheiten der besondern Republikendes Landes besser kennen. Aber ich finde nützlich,die Chronisten mit beobachtendem Auge zu lesen,und aus denselben werde ich einst auserlesene Be-merkungen über diejenigen Zeiten und Geschich-ten der Nation bekannt machen, in denen sie sichund ihren Geist vorzüglich ausgezeichnet, in denendie Hauptstücke der heutigen Verfassungen entstan-den, und welche auch den Fremden, und denen,welche aus der Geschichte der Völker die Geschichteder Menschheit studiren, merkwürdig sind. Seit ich
*) Ehemals Officier im französischen Dienst: ein Mannvon Geist, Wissenschaft und Weltkenntniß, derauf Müllers Bildung viel Einfluß hatte und ihmimmer mit treuer Freundschaft zugethan blieb.Diele Briefe an ihn enthalten bloß Privatgeschäfte.