Johannes von Müller Briefe.
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daß ich die, welche nicht denken wie Montesquieu,nicht verketzere, und das, wenn einst ich selbst vonihm abgehen sollte, ich den Scheiterhaufen eben sowenig zu erwarten habe. Ich lese die Geschichten,besonders der Republiken, denn die Politik grün-det sich auf die Erfahrungen d>>r Alten, und dieFehler Athens und Roms sind uns schätzbar alsWarnungen.
Morgen endige ich Pkutarchs Tiamdbßu. Ichhabe ihn ganz in der Grundsprache gelesen. (Diealte französische Uebersetzung Ampots, welche mitdes Originals Nachdruck und Gravitât viel Aehn-liches hat, ist weit besser und naiver, als, dieneuere nervcnlose Uebersetzung Dacier's.) Zwei Le-bensbeschreibungen las ich in Ampots Uebersetzung,ungeachtet ich wohl zufrieden war, konnte ich nichtmehr fortfahren, so sehr hatte gleich anfangs dasOriginal mich eingenommen. Bei dieser Lecturehabe ich angefangen, die Beobachtungen, welcheich über die Ursachen mancher Dinge, über die Po-litik und über die vaterländischen Geschichten zu-fällig machte, in ein großes Buch einzutragen.Außer dem lese ich die Schriftsteller, welche diemenschliche Seele beobachtet, und die Dichter derAlten, der Franzosen, Engländer und Italiener,welche sich unsterblich gesungen haben. Diese ArtLectüre hat zu der Superioritat der alten Schrift-steller, und das fleißige Lesen der Alten hat zu derSuperioritat der Engländer beigetragen. —
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Ast Herrn Friedrich Nicolai in Berlin.
Bessinge bei Genf, 9 Jnl. 177».
— Das Schicksal versagt mir nicht für immerdas Vergnügen, Sie einst persönlich zu umarmen;