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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Johannes von Müller Briefe.

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Das ist alles viel zu simpel für dieses unser hp-perphilosophisches Jahrhundert.

Es möchte zwar dem Adel das Beispiel des rö-mischen unter Kaisers Tiberii Majestät einiger-maßen bedenklich fallen; unsern dießmal so ehrlichjubilirenden Bürgern möchte es wohl gehen wiedem weltbeherrschenden römischen Volk; es möch-ten die Fürsten aus des allerchristlichsten Ludwigdes XI ruhmvoller Historie eine Warnung nehmen;endlich dürfte auch die unterthänige Leibwache desgroßen Sultans prätorianisch und preobraschinskischbemerken, daß Tausend starker sind als Einer; dieGeistlichkeit aber dürste das nicht einmal erleben.Mag es doch seyn! Wir schicken unsre Kinder nunanstatt in das gefährliche müßige Wohlleben derKlöster in die Casernen, io triumphe! O desglückseligen, zumal aber, o des aufgeklärten Jahr-hunderts l

Da Kranke, so lange sie sich gesund glauben,unheilbar sind, muß man vor allen Dingen denSchaden aufreißen und aus Licht bringen, die letz-ten Tropfen guten Geblütes, unter welchen Ge-schwüren sie nur fließen, hinauf destilliren und aus-breiten, die heilige Flamme aber, die Gott einigenSeelen gibt, anwenden, der erstorbencn Masse womöglich Leben einzuhauchen.

Zuerst werde der Tod verhütet; nichts ist un-heilbar als der Tod. Unterwerfung des ganzenEuropa unter Einen halte ich für den Tod; Unter-werfung des deutschen Reichs im Herzen vonEuropa unter Einen für den Vorboten des Todes.Also bleibe weder Freiheit noch Herrschaft, nochMeinung, noch Leidenschaft, noch Privatvortheil,noch allgemeines Interesse zu solchem Zwecke un-genutzt. Also streite der Glauben, streite die Phi-losophie, streite das Gefühl der Gefahr, die theuer2. v. Müllers sümmel. Werke. XXXVII. 18