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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Johannes von Müller Briefe.

ben; denn weil ich dieses gethan, konnte ich esnicht vollziehen, weil die übergroße Anstrengungder Arbeit im Winter mir Anfangs März einesolche Hypochondrie zuzog, daß ich reisen mußte.Ich war also zu Weimar und Gotha, wurde wi-der alles Vermuthen veranlaßt, über die Reisender Päpste zu schreiben, und schrieb zu meinemnoch größern Erstaunen, das, was ich Herrn Brön-ner *) gebeten habe, Ihnen, w. Fr., in Leipzigzu übergeben. Denn wahrlich wollte ich niemandgefallen und war Treu nur der Wahrheit schul-dig; diese fiel so offenbar in die Angen, daß ichnie eine lebendiger gefühlt. Ich gestehe, daß dieBlindheit unserer Mitbürger, zumal im Reich,daß zumal auch die übertriebenen, einseitigen, un-politischen Lobdeclamationen einiger, selbst berühm-ten Männer auf einen gewissen Hof den äußer-sten Unwillen in mir erregt; letztere als wahreVerräthercien an der sterbenden deutschen Freiheit.Alles dieses begeisterte mich so, daß ich leicht nochzehn andere Schriften über das Reichsinteresseschreiben könnte; denn die Ideen drängten sich,und nie habe ich stärker etwas gefühlt, als dieNothwendigkeit und Möglichkeit, unserm Publi-cum die geheimen Wege aufzuklären, aufweichenman ihm an die Freiheit und alte Verfassung will.Wenn ich von der Möglichkeit spreche, beziehe ichmich vornehmlich auf meine eigene Erfahrung beiAnlaß der Wirkung dieser kleinen Schrift. Ueberdiesem allem hatte ich die Recensionen vergessen,werde sie aber nun ohne allen Verzug vornehmen. —Schreiben Sie mir doch, wie man bei Ihnendie Geschäfte dieser Zeit betrachtet. Es sollte mir

*) Verleger Nr 35. der P.