Johannes von Müller Briefe. Zj9
Haltung schaffen konnte. Denn beim A. F. gingalles gar bedächtlich und umständlich einher. Inder Zwischenzeit fragte mich auf einem Carnavals-Ball der Euratom „Ich höre, Müller soll hierseyn?" (Ich) Ja, Ihr Ercellenz! allein ich habeihm ausdrücklich verboten, Ihnen aufzuwarten,weil ich weiß, wie Se. kurfürstl. Gnaden dießaufnehmen würden u. s. w. Er lobte meine Vor-sicht. — Endlich hieß ihn der Kurfürst auch Hrn.v. Benzel besuchen, und nun kam alles gar bald inRichtigkeit. Dikse kleine Pönitenz hatte denn docham Ende die angenehme Folge, daß er 1800 Gulden(mehr als irgend ein damaliger Professor) und400 Gulden Reisegeld erhielt, weil der K. F.glaubte, da das Ganze sein alleiniges Werk sey, somüsse er sich generös bezeigen. Mein größrer Trostwar, daß selbst der K. F., dem er nicht verhehlte,daß ich ihn als ein alter Bekannter berathen hatte,zu ihm sagte: Folgen Sie nur Sömmering, derkennt beide Parteien (die kurfürstliche, meinteer, oder seine, und die der Domherren).
„Ich führte ihn darauf ins Cudenhovsche Hausein, durch welches er Gelegenheit erhielt, sich end-lich auf den wichtigen Posten zu schwingen, den ermehr der That, als dem Namen nach bekleidete.Gar bald gewann er hier beim Kurfürsten ein sohohes Ansehen, daß er von ihm die Dedikation deszweiten Bandes seiner Schweizer-Geschichte förm-lich verlangte, welches Ihren guten Bruder innicht geringe Verlegenheit setzte, an welcher ich umso mehr Theil nahm, als ich zum voraus wußte,daß ihm diese abgenöthigte Dedication keinenHeller eintragen würde.
„Als ich ein Uuiversitäts - Haus bezog, ward er
mein Hausgenosse.-Zur Wiedervergeltung
meiner ihm bewiesenen Thätigkeit bewirkte er nicht