Band 
Erster Band.
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Arnolpho di Lapo.

Der Fuß der Bögen ruht auf den vorspringenden Pilastern.Diese Bögen sind nicht völlig zirkelsörmig; der sehr stumpfeWinkel, welcher den höchsten Punct derselben bildet, hat nochetwas Gothisches. Ueber den Pilastern des Schiffs erhebt sicheine zweite Reihe ähnlicher Pilaster, welche das Gesims trägt,das den um das ganze Gebäude herum und über die Seiten-gängc laufenden Gallerien zur Unterstützung dient.

Die Höhe und Weite der Bögen und die Leichtigkeit ihrerStützen bewirken eine solche Täuschung, daß, da der leereRaum größer, als der besetzte, das Schiff dadurch einenAnschein von Unermeßlichkeit erhält, den man nicht in Gerbänden findet, deren Raumverhältnisse weit bedeutender sind.Diese Wirkung zeigt sich indessen nur in dem mittlern Schiffdes Eingangs und in den beiden Nebenseiten (von der Kup-pel ist hier nicht die Rede). Der obere entferntere Theil,welcher das Chor und die beiden Arme des Kreuzes begreift,theilt indessen keineswegs dieses System der Leichtigkeit. Dergeringe Raum dieser Theile im Vergleiche gegen den desSchiffs und die Nothwendigkeit, Stütz- oder Widerstands-puncte für die projectirte Kuppel vorzubereiten, bewogenden Architekten, die Leichtigkeit seiner Pfeiler gegen Massenzu vertauschen, welche eben dieses Contrastes wegen nurum so schwerfälliger erscheinen. Indessen sollte der vonArnolpho vorgeschlagene Dom bei Weitem nicht den Um-fang der Kuppel erhalten, welche später Brunelleschi auf-geführt. Man glaubt, daß Arnolpho den Gipfel seines mitt-^ lern Gewölbes nicht höher als bis zum Dache des ganzenGebäudes führen wollte.

Das Denkmal Arnolpho's, welches, wie sein Datum be-weist, der wahrhaften Wiederherstellung der Künste voran ging,verräth bereits, ohne noch ganz dem Geschmacke der gutenBaukunst zu huldigen, wenig mehr von jenem der gothischenBauart, deren Geschmack in den ersten Werken dieses Architek-