Band 
Erster Band.
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.Arnolpho di Lapo.

Die Verzierungskunst konnte nur erst durch die Vervollkomm-nung der anderen Künste, hauptsächlich aber durch das Studiumalterthümlicher Gebäude, welche dem Arnolpho unbekanntgeblieben, im wahren Geiste ausgebildet werden. Obgleichaber der Hülfsquellen des guten Geschmacks in der Verzierungberaubt, wußte er doch wenigstens den Fehler desjenigen zuerkennen und zu vermeiden, welcher zu seiner Zeit herrschte.Schon in dieser einzigen Betrachtung muß ihm die Dürftigkeit,und wenn man so sagen darf, die Nacktheit verziehen werden,deren Gepräge sein Denkmal dem Anblick verräth; ein Fehlerübrigens, welcher damals lobenswerth war, weil er selbst durchdie Leere, die er ließ, die Wege zur Einführung des neuenStpls vorzubereiten schien.

Wenn man an alle die Irrthümer und Fehler denkt, welchedieser Architekt zu vermeiden und zu bekämpfen gehabt, so wiean alles das, was er hätte schlecht machen können und nicktgemacht, so sieht man ein, daß man ihm, außer den wirkli-chen Schönheiten, die seinem Werke nicht abzusprechen sind,noch eben so viele Verdienste zurechnen muß, als er Fehlerzu vermeiden gewußt. Endlich muß man anerkennen, daßwenn das Denkmal Arnolpho's selbst keines der ersten Mei-sterwerke der Kunst wäre, der Künstler dennoch einer dergrößten Männer der neuern Architektur seyn würde, indemAlles, was an diesem Denkmale lobenswürdig ist, ihm selbstangehört, Alles aber, was daran auszusetzen, der Fehler seinesJahrhunderts ist.

Immer wird man sich mit Michel-Angelo gezwungen füh-len, in der Kirche von Lauts lVIsris ckol kiore eine großeund kühne Idee, eine solide und doch zugleich leichte Anord-nung, ein Ganzes von Massen und Kräften zu bewundern,die in jenem richtigen Verhältnisse mit einander verbunden sind,das, wenn es bei'm ersten Anblicke weniger in Erstaunen setzt,dagegen auch nichts darbietet, was das Geheimniß seiner Kühn-