und ihre ganze Verzierung athmet den Geist der gesuchtestenSeltsamkeit *.
Italien indessen hatte sich einigermaßen vor dieser Ansteckungbewahrt. Der Geschmack, den man den gothischen nennt,verbreitete sich dort weder so allgemein, noch mit allen seinenFehlern; und zu derselben Zeit, wo er in den übrigen Län-dern Europens herrschend war, führten italienische BaumeisterDenkmäler auf, welche durch die Solidität ihrer Massen, durchihre verständige Anordnung und die Einfachheit ihrer Verzie-rung schon die Vorläufer der Wiederherstellung des gutenGeschmacks zu seyn schienen.
Darunter gehört z. B. die von Arnolpho im dreizehntenJahrhundert erbaute große Basilika von 8rmtu Claris ckelkiore zu Florenz . Indessen hatte weder Arnolpho, noch irgendEiner seiner Zeitgenossen Kenntniß von dem System der grie-chischen oder römischen Architektur, von ihren Formen, ihrerVerfahrungsweise in der Ausführung der Construction, nochvon dem Prinzip ihrer Säulenordnung. Es scheint sogar,daß Arnolpho, als er einen so umfassenden Plan erdacht,der zur Vereinigung seiner vier Schiffe noch die Beifügungeines unermeßlichen Gewölbes verlangte, wie selbst das Alter-thum kein ähnliches auszuweisen, Etwas unternommen, wasweit über die Kenntnisse seines Jahrhunderts ging und nichtminder seine Kräfte überstieg. Man sollte sagen, baß er hinsicht-lich der Ausführung seiner Kuppel, weniger seine eigenen Hülfs-mittel zu Rathe gezogen, als vielmehr die seiner Nachfolgervorausgesehen, auf welche er die Auflösung des Problems einesdamals so schwierigen Unternehmens vererbt. Kurz, man solltesagen, daß er dasselbe ausdrücklich für Brunelleschi vorbereitet.
* Bei allen solchen, in den beiden Bänden dieses Werkes nur allzu oftnoch vorkommende» Ausfällen gegen die gothische (all-teutsche) Baukunst,werden die Leser gebeten, sich der Note im Vorbericht zu erinnern.