Band 
Erster Band.
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60 Filippo Brunelleschi .

Interesse der Kunst und die Liebe zur Wahrheit erlaubten ihmnicht, seine Gedanken darüber zu verhehlen; und das Werk,welches erst angefangen war, wurde seiner Leitung anvertraut.Am Ende war fast diese ganze Basilika das Werk Brunelleschi's .Wenn man einige Inkorrektheiten varan wahrnimmt, so hatman sie einerseits den Fehlern der ersten Grundlegung undanderseits den Fehlern derjenigen zuzuschreiben, welche dieselbenach seinem Tode vollendet. Uebrigens muß man die schöneAnordnung eines in seinen Linien höchst regelmäßigen Planesbewundern, den er zugleich demjenigen, was schon stand undnicht von ihm entworfen war, sehr glücklich anzupassen wußte.

Brunelleschi adoptirte für die Anordnung seines großenSchiffs die Anwendung von Bogen auf Säulen, wozu ihmmehrere Ueberreste der alterthümlichen Architektur früherer Jahr-hunderte zum Muster gedient. Uebrigens war die Anwendungderselben bei der Construktion der neueren Kirchen sehr natürlichund zweckmäßig, da der große Umfang der Letzteren auch imInnern eine bedeutende Höhe fordert. Aber zum Erstenmalebemerkte man hier, was man noch an keinem Baudenkmalegesehen. Man hatte nämlich bisher die Säulen so angewen-det, wie sie sich entweder ganz fertig vorgefunden, oder wiedie Lokalität sie zu fertigen befahl, das heißt ohne Rücksichtauf Schönheit der Formen, oder auf die Richtigkeit der Verhält-nisse einer jeden Ordnung. Hier aber sah man zum Erstenmalewieder die korinthische Ordnung mit der ganzen Regelmäßigkeitihrer Details und ihrer Verhältnisse, mit der ganzen Eleganzder Ausführung und der Composition ihres Capitälö mit Akan-thusblättern erscheinen.

Cosmus von Medicis beauftragte Brunelleschi , ihm einModell zu einem prächtigen Palaste zu machen. Der Künstlerübernahm mit Entzücken diesen schmeichelhaften Auftrag undbemaß den Reichthum des Gebäudes nur nach dem Reichthumdes Herrn, der es bewohnen sollte. Aber das Projekt schien