Medicis zu groß; er wagte es nicht, es ausführen zu lassen,weniger aus Ursachen der Kosten, als aus Furcht, auf eineunbesonnene Weise Neid zu erregen. Brunelleschi zerbrachaus Verdruß sein Modell. In der Folge bereute Cosmusseine Bescheidenheit. Niemand wußte besser als er, den Mannzu würdigen, dessen Werk er ausgeschlagen; er gestand, niebei irgend jemand Anderem so viel Einsicht und soviel Seelen-große gefunden zu haben.
Wenn Brunelleschi manchmal die Unannehmlichkeit hatte,seinem Talente schöne Unternehmungen entgehen zu sehen, sohatte er auch mehr als einmal den Verdruß, Andere nichtvollenden zu können. Unter die Zahl seiner Werke gehörtz. B. auch der Tempel der Engel, welcher bis heute un-vollendet geblieben. Es ist eine Rotunde, in welcher manbemerkt, daß Brunelleschi sich der alterthümlichen zirkelrundenTempel erinnert, die man in Rom den Tempel des Bachusund der heiligen Constantia nennt. Was jetzt noch vondiesem Gebäude übrig, läßt bedauern, daß man damit nurbis zum Gesimse gekommen. Man wollte es seither durchdie Zeichnungs-Akademie vollends ausbauen lassen und es ihrzu ihren Versammlungen überlassen. Aber dieses Projekt istbis jetzt nicht zur Ausführung gekommen. Gegenwärtig istdieses Denkmal eine Art von Ruinen geworden, dem zerstö-renden Einfluß der Elemente und dem Verfalle überliefert,welchen die dort freiwillig wachsenden Schmarozerpflanzen nochmehr beschleunigen.
Brunelleschi zeigte sich zu der nämlichen Zeit als ein ebenso erfinderischer Mechaniker, als er gründlicher Architekt war.Florenz fand damals sehr viel Vergnügen an einer Art vonfrommen Vorstellungen, welche darin bestanden, daß man einBild des Paradieses geben wollte. Es war eine unermeßlicheGlorie, in deren Mitte man bewegliche Figuren sah, welche dieEngel und die Seeligen vorstellten. Die Täuschung wurde