Leon Batist« Alberti.
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betrachtet, so bemerkt man an demselben (wir sprechen vondem Aeußern; das Innere hat noch etwas Gothisches) zunächst eine die Kirche umgebende Säulenhalle nach Art derColonnaden an den peripterischen Tempeln der Griechen, welchesdamals etwas noch ganz Neues war. Diese Säulenhalle vondem edelsten Verhältniß und der reinsten Form erhebt sichauf einem fortlaufenden Unterfatze vom schönsten Charakter,welcher das ganze Denkmal bis zu der Säulenordnung derEingangsfa?ade umgibt, wo er nur durch die Pforte unter-brochen ist. Diese Fayade, deren oberer Theil nicht vollendetworden, bietet drei Bogen dar, deren mit korinthischen Säu-len gezierte Pfeiler noch an die Anordnung der alterthümlichenTriumpfbogen und besonders an den von Rimini erinnern.Alle Details dieser Architektur können als alterthümliche Ueber-lieferungen betrachtet werden, und man könnte sagen, daß Albertidie Absicht gehabt, die in seiner Abhandlung: ve ro aecklli-cntoria aufgestellten theoretischen Grundsätze hier durch reelleund praktische Beispiele zu bestätigen.
Aber es gibt noch einen andern Gesichtspunkt, unter welchemdieses Denkmal ein ganz eigenthümliches Interesse erhält. Ob-gleich der Architekt in dieser besondern Beziehung nichts gethan,als daß er die Absichten desjenigen unterstützt, welcher dasWerk aufführen ließ, muß man gleichwohl so gerecht seyn,anzuerkennen, daß eine schöne Idee sehr glücklicherweise beiAlberti das Genie gefunden, welches geeignet war, derselbenihren ganzen Werth zu geben. Sigismund Malatesta, einberühmter Kriegsheld des fünfzehnten Jahrhunderts, gefiel sich,Männer von den ausgezeichnetsten Talenten in allen Fächernum sich zu versammeln, die eine Art von Gefolge um ihnbildeten. Nachdem er sie im Leben beschützt und belohnt hatte,wollte er auch, daß ihre Vereinigung nach ihrem Tode demTempel, der ein Denkmal seiner Frömmigkeit, seines Ruhmsund seiner Macht war, ein neues Interesse geben sollte. AI-