Band 
Erster Band.
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Leon Batist« Alberti.

berti wurde berufen, diesem edlen und rührenden Ehrgeiz Ge-nüge zu leisten; und er befriedigte denselben durch eine Compo-sition, durch welche das Aeußere des alten Gebäudes eineneue Form erhielt.

Er verfiel nämlich auf den Gedanken, dasselbe auf bei-den Seiten mit einer hundert Fuß langen Reihe von Bogenzu umgeben, die eine Gallcrie bildeten, und zwischen denselbenauf dem oben erwähnten ringsherumlaufenden Untersatze gleich-förmige Sarcophage im altcrthümlichcn Geschmacke anzubringen,welche die Leichname enthalten sollten. Jeder Pfeiler bietetin seiner Breite eine Tafel für die Grabmäler und Inschriftendar. Zwischen den Bogengesimsen befindet sich, als einzigeVerzierung eine große Krone in Bildhauerarbeit. Man be-greift, daß die Zierde eines solchen Denkmals gerade in demMangel aller Verzierungen besteht.

DaS dauernstc Denkmal der Architekturwissenschaft Leon Ba-tist« Alberti's aber ist ohne Widerrede seine Abhandlung überdie Architektur (ei« Ue aoäificatoria), die er in lateinischerSprache schrieb. Cosinus Bartoli, Probst von St. Johannzu Florenz , übersetzte sie im Jahre 1546 in's Italienische;und im Jahre 1550 übertrug Zohann Martin, Sekretär desKardinals von Lenoncourt dieselbe in's Französische. DasFranzösische jenes Jahrhunderts ist, wenn man so sagen darf,eine andere Sprache, als die heutige. Auch muß man vielenArchitekten verzeihen, daß sie nicht wissen, daß von jener Ab-handlung Alberti's eine französische Uebersetzung vorhanden.Um die Begierde zu erregen, sie kennen zu lernen, mag esan dem kurzen Berichte genügen, den wir über den Inhaltdes Originalwerkes hier mittheilen wollen.

Das erste Buch handelt von dem Ursprünge der Architekturund ihrer Nützlichkeit; von der Auswahl und der Lage desBodens nach den Weltgegenden; von der Zubereitung, Aus-messung und Eintheilung desselben nach der Bestimmung,