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Bramante.
Die Domkirche zu Mailand , welche damals eben gebautwurde, war das große Werk des Jahrhunderts. De>- Archi-tekt, welcher dasselbe leitete, Bernardino von Trevi, war eingeschickter Baukünssler, sehr geschätzt von Leonardo da-Vinci ;aber sein Geschmack hatte noch etwas von der Trockenheit desgothischen. Bramante verfolgte alle diese Arbeiten mit großerAufmerksamkeit; und vielleicht verdankte er dem Einfluß derBeispiele, deren erste Eindrücke er hier empfing, und die oftNichts mehr zu vertilgen vermag, eine gewisse Tendenz zueinem etwas magern und trockenen Styl, welcher seine erstenWerke charakterifirt. Wie dem auch seyn mag; so entschieddie große Unternehmung zu Mailand vollends seine Neigungzur Architektur.
Er kam nach Rom und machte sich dort zunächst durcheinige Fresco-Malereien in der Kirche des heil. Johannes vonLateran bekannt. Diese Arbeiten, von wenig Erheblichkeit,sind längst nicht mehr vorhanden. Bald aber brachte eineandere Art von Arbeiten und Studien einen neuen Ehrgeizund mit diesem zugleich eine gänzliche Aenderung seines Lebensund seines Betragens in ihm hervor.
Wie Condivi in dem Leben Michel Angelo's erzählt, hatteBramante einen natürlichen Hang zum Vergnügen und zurVerschwendung, welches auch seine Lebensweise in der Folgezur Genüge bestätigt. Sobald er sich aber einmal bestimmtentschieden, Architekt zu werden, verurtheilte er sich zu derstrengsten Sparsamkeit, fest entschlossen, durch Entbehrungenaller Art sich die ökonomische Unabhängigkeit zu erkaufen, derer bedurfte, um sich ausschließlich den wenig einträglichen Stu-dien der Werke des Alterthums zu widmen. Einsam und insich selbst zurückgezogen unterhielt er keinen andern Verkehrmehr als mit den Denkmälern. In kurzer Zeit sah man ihnalle jene in Rom und seinen Umgebungen abzeichnen und aus-messen. Zu Tivoli stellte er besondere Untersuchungen über