Band 
Erster Band.
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Bramante.

stern zieren hier die breiten Fensierpfeiler der zwei Hauptetagen;die des Erdgeschosses hat blos Fenster, die sich über einenUntersatz von Werkstücken in Boffage erheben. Obgleich dasAuge, sowohl in dem Gesimse, welches diese große Massekrönt, als in den Einfassungen einen großem Vorsprung,einen Werth von Relief vermißt, die der Größe des Gesammt-ganzen mehr entsprechen möchten, so kann man sich doch nichtenthalten, die Reinheit des Styls, die Klugheit der Comporsitivn und eine Harmonie der Details zu bewundern, in welchernichts sich widerspricht, und die aus allen denselben ein wahr-haftes Ganzes bildet; ein Verdienst, welches um so wenigerübersehen werden darf, als nach der Versicherung Vasari's ,Bramante der Ausführung nicht allein vorgestanden.

Er vereinigte mit einer außerordentlichen Leichtigkeit inder Erfindung eine eben so große Schnelligkeit in der Con-struktion. Wegen dieser doppelten Fähigkeit wurde er vonallen Großen Roms gesucht, und die wichtigsten Arbeiten kamenihm so zu sagen, allenthalben entgegen. Die großen Unter-nehmungen in der Baukunst entstehen, unabhängig von günstigenUmständen, stets durch das immer sehr seltene Zusammentreffeneines edlen Ehrgeizes, welcher sie befiehlt, und eines ausgezeich-neten Talents, welches sie ausführt. Bramante und Julius H.fanden sich, und der Vatikan stieg aus der Erde empor.

Julius II. hatte die Idee gefaßt, die abgesonderten unzu-sammenhängenden Theile des alten päbstlichen Palastes unddes Belvedere endlich zu einem großen Ganzen zu vereinigen.Der Raum, welcher sie trennte, war uneben und unregelmäßig.Man bedurfte eines Projekts, welches diese Fehler nicht nurverbesserte, sondern sie sogar in Schönheiten verwandelte. Dießleistete der Plan Bramante's , welcher allein hinreichend gewesenwäre, den Ruhm dieses Architekten zu begründen. Er verei-nigte zuerst die beiden Gebäude durch zwei Flügel von Gallerten,welche von dem Einen zum Andern führten. Der Zwischen-