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Erster Band.
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Bramante .

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Mangel an gänzlicher Entwickelung ver Kunst selbst zu seinerEpoche abhing. Diese Schüchternheit des Styls gleicht in derThat völlig derjenigen, welche man in den ersten Werken Ra-phaels in der Malerei bemerkt; es ist, wenn man so sagendarf, die Jugend, es ist noch nicht das männliche Alter desTalents. Gleichmohl aber herrscht in diesem ganzen Palasteviel Eleganz, und seine Fa^ade gehört zu denjenigen, beiwelchen die Künstler sich gerne eine Vorstellung von der Art,dem äußern Ansehen und der Masse der Paläste des altenRoms, besonders in seinen letzten Jahrhunderten machen.

In der That schien zu jener Epoche noch einige Aehnlich-keit zwischen den Gebräuchen der Baukunst unter der Regierungder letzten Kaiser und den Sitten der neuen Reichen des mo-dernen Roms zu herrschen. Viele Ueberreste des Alterthums,welche damals noch vorhanden, mußten den Architekten, welchedie Ueberlieferungen desselben erneuerten, zum Muster dienen.Wenigstens hat man Mühe, sich die prächtigen Wohnhäuserder alten Römer unter einem andern Bilde vorzustellen, alsunter dem der Paläste, welche Bramante aufgeführt.

Von dieser Art ist ohne Zweifel auch der große Palastder Kanzlei, den er gegen Anfang des sechzehnten Jahrhun-derts erbaut. Es gibt in Rom und anderwärts in jederBeziehung wenig merkwürdigere Gebäude. Die Größe seinerMaaße zeichnet es immer unter den imposanten Massen aus,welche diese Stadt einschließt. Seine 254 Fuß lange Fayadeist von Travertinsteinen aufgeführt. Der Hos desselben, mitzwei über einander befindlichen Säulenlauben oder auf Granit-säulen gestützten Arkaden geziert, ist einer der geräumigstenund freiesten, die man sehen kann. Die Eintheilungen imInnern des Palastes sind durchaus groß und bequem.

Die Anordnung der äußern Verzierung hat Ähnlichkeitmit jener des weiter oben erwähnten Palastes in der StraßeLorZo Auovo. Die nämlichen beiden Ordnungen von Pila-