Band 
Erster Band.
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Bramante .

Obgleich dieß Alles wahrscheinlich, so kann man doch, ohneBramante so wenig rühmliche Absichten beimefsen zu müssen,mit eben so viel Wahrscheinlichkeit annehmen, daß er sehrungern den Pabst in übermäßige Auslagen für das projektirteMausoleum verwickelt gesehen und vielleicht befürchtet habe,daß diese Unternehmung dem Erfolg der Seinigen nachtheiligseyn möchte. In der That mußte Bramante , als Architekt desVatikans, den Michel Angelo lieber bei der Dekoration diesesPalastes, als bei der Bildhauerarbeit eines Grabmals ange-stellt sehen, welches für den Augenblick keine Bestimmung hatte.

Dieses berühmte Grabmal indessen, der Gegenstand sovieler Streitigkeiten, veranlaßte die Aufführung der neuenHauptkirche von St. Peter. So erzählt uns Condivi , unddie Details, die er uns hierüber mittheilt, erfuhr er vonMichel Angelo selbst, dessen Schüler und Vertrauter er war.

Dieses unermeßliche Grabmal, welches aus vierzig Bild-säulen bestehen sollte, wurde projektirt, gezeichnet und ange-fangen^ ohne daß man noch wußte, wo es aufgestellt werdensollte. Julius II. beauftragte endlich Michel Angelo , einenschicklichen Platz dafür ausfindig zu machen.

Die alte St. Peterskirche drohte seit langer Zeit den Ein-sturz. Das Projekt eine neue zu bauen, hatte schon den PabstNikolaus V. beschäftigt, einen Mann von großem Unterneh-mungsgeiste, von vielen architektonischen Kenntnissen und vongroßem Genie. Er hatte sogar mehr gethan, als blos projektirt.Bei der Haube des Chors der alten Basilika hatte man be-reits begonnen, denjenigen Theil, welchen die Italiener 1«l'ridunÄ, wir aber den Halbzirkel nennen, also den rundenPunkt des neuen Tempels aufzuführen, wozu Bernardo Ros-selino die Zeichnungen entworfen. Die Construktion war schon4—5 Fuß aus der Erde, als Nikolaus V. starb. Baldgeriethen die Construktion und das Projekt in Vergessenheit.Indem nun Michel Angelo ein Platz für sein Mausoleum