Band 
Zweiten Theiles Erster Band.
Seite
393
JPEG-Download
 

geläugnct werden, daß dcr Irrthum Blüchers, anzunehmen, der Feindwerde nur entweder gegen La,Ferlö, Taucher, ffder rechts gegen Ferc,Cham,pcnoise marschircn, Schuld war, daß das Corps Olsusieffs zu Champaubcrtin so trauriger Verlassenheit schwerem Schicksale unterlag* *).

Der Sieg von Champaubcrt, obgleich über vcrhältnißmäßig unbedeutendeStrcitkraftc erfochten, belebte Napoleons Soldaten mit frischem Muthe undmit der Zuversicht des Erfolges**). Noch war der Kampf am 10. nicht ent-schieden, als auch Offiziere des Generalstabes zu dem Marschall Macdonaldüber La-Fcrto-Taucher und über Coulommicrs nach Mcaux mit der Weisungabgingen, gegen die feindlichen Corps, welche ihn bisher gedrängt, umzu-kehren, und sie nun seinerseits lebhaft zu drangen, da sie bald im Kampfemit der kaiserlichen Armee begriffen sein würden. Napoleon nahm am10 . des Abends sein Hauptquartier zu Champaubcrt, die Garde z» Fußlagerte auf dem Schlachtfclde, die Division Riccard zu La, Gränze, aux,Vcaux, die Division Lagrange und die gcsammte, unter dem Befehle desMarschalls Grouchy vereinte Reiterei zu Fcrbriangcs und in der Nähevon Etogcs ***). Es stand sonach Napoleon mitten zwischen der schlcsischcnArmee, und hatte sie völlig getrennt. Der französische Kaiser beschloß, sichzuvörderst links gegen Montmirail zu wenden, und sandte in der Nachtvom io. zum 11. den General Nansouty mit den Dragonern undLancicrs der Garde, denen eine Brigade der Division Riccard folgte, nachdiesem Orte, welcher nach der Vertreibung einiger hundert Kosaken besetzt wurde.So war denn der Punct, an welchem sich die Corps Jorks und Sacke nsvereinigen sollten, in die Gewalt des Feindes gekommen-

Was die Bewegungen der übrigen Corps der schlesischen Armee amTage des unglücklichen Gefechtes von Champaubcrt betrifft, so marschirtenan demselben die Corps der Generale Kleist und Kapzcwilsch vonVcrtus und Bergeres bis nach F-cre-Champcnoise. Der General Zicthenging mit dem ersten schlcsischcn Husarcnrcgimcnte und mit sechs Bataillonender elften Brigade als Vortrab bis Conantrc, und seine Vordcrpostcn bis

Offiziere von Rang ihm biethen, seine Stellung zu verändern, und sich rückwärtsam Walde von Etogcs aufzustellen (wo er viel besser stand), erwiderte er: „„Ichbin wegen Brienne zur Verantwortung gezogen worden, ich kann nicht zurück-gehe».""

*) Der Umstand, daß Olsusieff gar keine Reiterei bei sich hatte, ist daraus zuerklären, daß Sacken feine sämmtliche Kavallerie gegen La-Fert<i-sous-Zouarrcgesandt, und Kleist nur ein einziges Cavalleriercgiment (C- v» W., S. 164) mit-gebracht hatte, während die übrige Reiterei des preußischen zweiten Corps erst inein Paar Tagen erwartet wurde.

") „Einer geschlagenen Armee", sagt General Valcntini, II. 144, „wenn sieanders nicht ganz aufgelöst ist, kann nichts Günstigeres begegnen, als im Rückzügeauf einen schwächeren Feind zu stoßen, den man werfen, dadurch ein neues Ver-hältniß herbeiführen, und das Moralische seiner Truppen durch den Gedanken belebenkann: das Glück kehre wieder. So krönte es den bei Brienne geschlagenen Napoleonindem es ihn bei Champaubcrt ein russisches Corps von 5000 Mann und 24 Kanone»antreffen ließ, das er vernichtete» und am 11» früh sein überlegenes, von neuerKampflust und Zuversicht belebtes Heer über Montmirail dem, auf der Chausseevon Vieur-MaisonS heranziehenden Corps von Sacken entgegenführte."

*") lioesi, I. i>, 23S