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Zweiten Theiles Erster Band.
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wegnahm. Den folgenden Tag marschirte Tettenborn gegen Fere-en,Tardenois, fand aber diesen Ort bereits vom Feinde besetzt. In Folge derGewaltmärsche, welche Napoleon vollzogen hatte, stand jetzt die französischeHauptmacht zwischen dem schlesischen Heere und Tettenborn, so daßdieser nun längere Zeit ohne alle Nachricht von demselben blieb.

Da der, zu Chaleau-Thierry eingetroffene Marschall Victor Truppengegen das Kosakcncorps entsendet hatte, überdies die Gegend für die Be-wegungen der Reiterei nicht günstig war, wandte sich Tettenborn rechtsnach Ville-enTardenois, um von da über Rheims die Verbindung mitdem General Winzin gerade*) im Dogen wieder zu gewinnen. Am 5.war Tettenborn im Marsche von Ville-en,Tardenois auf RhcimS,wohin bereits in der Nacht eine Streispartci vorausgesendct worden war,begriffen, erfuhr aber nicht mehr ferne von der Stadt, daß sie am frühenMorgen von den Franzosen überfallen und mit Hülfe der Einwohner ein-genommen worden sei**). Da erblickte man auf der Straße von Fismesnach Rheims ein französisches Gardedragonerregiment. Sogleich griffTettenborn mit zwei Kosakenregimentern an, vernichtete eine Schwadrongänzlich, und nahm viele Offiziere und 60 Dragoner gefangen. Die übrigeMannschaft war mit den sechs Kanonen, die sie bei sich hatte, gegenRheims geeilt, und wurde, da aus der Stadt herausrückendes Fußvolk undGeschütz sie aufnahm, gerettet.

Da auch Rheims in Feindes Gewalt war, sah sich Tettenbornvon dem schlesischen Heere und den beiden Corps der Nordarmcc, die dem-selben zugetheilt wurden, gänzlich abgeschnitten. Er beschloß daher, sich inEpernay aufzustellen, mithin im Rücken der französischen Armee zu bleiben,um, seiner Bestimmung gemäß, so genaue Kenntniß ihrer Bewegungenals irgend möglich zu erlangen, und darüber an das Hauptheer des Feld-marschalls Fürsten Schwarzenberg zu berichten. Hier schloß sich einKosakcnregiment des Fürsten Narischkin, das sich auf dem Marschenach Rheims verspätet hatte, an Tettenborn an. Die Brücke vonEpernay wurde zum Sprengen eingerichtet.

Am 8. erhielt Tettenborn die Einladung des Generals St. Priest,am folgenden Tage zur beabsichtigten Wiedercroberung von Rheims mitzu,wirken. Es ist schon erzählt worden, wie bereitwillig, schnell und zweckmäßigTettenborn handelte, und woran die Unternehmung scheiterte***). Dieserkühne Cavallericgcneral fand keinen Beruf, zu solchen matten Versuchenferner die Hand zu bieten, ging am 8. nach Epernay zurück, fuhr jedochfort, die Wege nach Rheims und Fismes emsig zu beobachten.

Der Rittmeister Bis mark war im Rücken der französischen Armeebis Fismes vorgedrungen, hatte mehrere glänzende Gefechte geliefert, undüber hundert Gefangene gemacht. Durch ihn erfuhr man einige, wenngleichunbestimmte Nachrichten über den Kanonendonner, den Tettenborn schon

*) Siehe S- 542 und 555 dieses Theiles.

**) Siehe S. 567 dieses Theiles.

***) Siehe S. 624 dieses Theiles.

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