Band 
Zweiten Theiles Zweiter Band.
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Der König Joseph.

Um die Zeit, als auf den Höhen des rechten Flügels der französischenStellung der Kampf unterbrochen wurde, war der eigentliche Oberbefehlshaberder französischen, Paris vertheidigenden Streitkräfte, König Joseph,.crcits fern von dem Posten, den ihn Pflicht, Ehre und Interesse biszum letzten Athemzuge zu behaupten aufforderten.

In dem Gartcnhause auf dem Montmartre hatte Joseph seit demBeginnen des Kampfes von den beiden Marschällcn fortwährend Meldungenerhalten, aus denen hervorging, daß sie der wohlbegründeten Ansicht waren,die verbündete Hauptmacht vor sich zu haben. Allein mit der, schwachenCharakteren eigenthümlichen Hartnäckigkeit, die Gefahr, welcher zu begegnensie in sich nicht Kraft genug fühlen, ferne zu glauben, gab er sich fortwährenddem Wahne hin, die Marschälle wären im Irrthume befangen. Da kehrteder Chef des Generalstabcs der Pariser Nationalgarde, General Allein,von der ihm befohlenen Erkennung * *) zurück, und berichtete, die Marschällewürden in kurzer Zeit so große Massen der Verbündeten gegen sich haben,daß weder ihre Talente noch der Muth der französischen Truppen ihnenobzusiegen vermögen werde, man vielmehr jede andere Hoffnung aufgebenmüsse, als die, den Boden fußbreit für fußbreit streitig zu machen. . Esgab keine Reserve, um die in der Schlachtlinie stehenden Truppen zuunterstützen, und die Soldaten in den Depots**), welche man nach Pariszu berufen versäumt hatte, konnten, geschah das auch jetzt, in keinem Fallevor dem Abend eintreffen, weil sie einen bis zwei Tagemärsche von derHauptstadt entfernt waren. Da sich jedoch aus dem Berichte des GeneralsAllent ergab, daß der Marschall Morticr noch nicht auf seiner ganzenLinie angegriffen sei, beauftragte Joseph, nachdem er mit den anwesendenMinistern und Generalen Rath gehalten, den Chef des Generalstabcs derPariser Nationalgarde, zu diesem Marschälle mit der Anfrage zu eilen, obes ihm nicht möglich wäre, Marin ont mit einer starken Abtheilung aufjenen Puncten zu unterstützen, deren sich zu bemächtigen wesentlich im Interesseder Verbündeten lag. Hierauf sollte Allent fortfahren, die Bewegungenderselben zu beobachten.

Während Allent beschäftigt war, diesen Auftrag zu erfüllen, führteGeneral Hullin jenen Capitain Pcyre, welcher gefangen gewesen, abervon dem Kaiser Alexander freigegeben worden war***), vor Joseph.Aus der Erzählung dieses Offiziers ergab sich die Anwesenheit der verbündetenMonarchen und ihrer Heere um so unzweifelhafter, da derselbe auch dieProclamation des Fürsten Schwarzenberg bei sich hatte, welche nicht

15,000 Streiter. Bis zur Unterbrechung des KampfeS, um ein Uhr, hatten dieselbenschon über 3000 Mann und 90 Offiziere an Todten und Verwundeten verloren."Oesterreichische Militairzeitschrift von 1841, II. 200.

*) Siehe S. 337 dieses Bandes.

**) Vergleiche S. 318 dieses Bandes.

***) Vergleiche S. 333 dieses Bandes.