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dessen schriftliche Vollmacht, zu capituliren, besaß, durste keine Zeit verlieren,wenn er vermeiden wollte, daß in Folge eines letzten, gewaltigen Angriffesdie Straßen von Paris selbst in ein Schlachtfeld verwandelt wurden *).Er schickte daher einen seiner Adjutanten an den Fürsten Schwarzcnbcrg,der auf einer Höhe bei Bcllcville, die Fortschritte der Angriffe, welcheBarclay de Tolly ausführen ließ, beobachtete und leitete. Man kamkurz nach vier Uhr des Nachmittags über eine zweistündige Einstellung derFeindseligkeiten übcrcin, unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der Marschalldie Höhen verlasse, und sich auf die Deckung und Vertheidigung der Umfassungvon Paris beschränke, und daß er sich mit seinem Collegcn") über denAbschluß eines Vertrages einvcrstche "*), dessen Hauptsatz die Räumungvon Paris sein müsse.
*) Da König Joseph den Marschall Marmont ermächtigte, zu capituliren, „sobalder seine Stellung nicht mehr behaupten könne," hatte Letzterer kein Recht, die Ver-theidigung der Barrieren selbst auch nur zu versuchen, sofern er sich dazu hinterdenselben, mithin in Paris aufstellen mußte.
**) Marschall Mortier»
*—) Ilocli, II. 487, und so auch die österreichische Mlitairzeitschrift von 1840,III. 278. Htenach scheint es nicht, daß die Waffenruhe auch Mortier einschloß,obwohl die Verbündeten, wie sich aus Plotho, III. 4Iö, crgiebt, dieselbe so verstanden.Michailossky-Danilefsky, II. 164, dramatisirt den Vorgang sot „Der Kaiser wollteso eben der Garde den Befehl ertheilen, vorzurücken, um den Sieg zu vollbringen,als ein französischer Offizier erschien. Mit entblößtem Haupte stieg er den Bergbei Romainville hinan. Sich tief vor Seiner Majestät verbeugend, sagte er,daß Marmont bäte,- den Kampf aufheben zu lassen, um wahrend dessen über einenWaffenstillstand zu unterhandeln. Dieser Augenblick belohnte Alexander für die Stand-haftigkeit und Festigkeit, die seinen Namen bis in die entferntesten Zeiten unsterblichmachen. In dem zahlreichen Gefolge, das ihn umringte, herrschte tiefe Stille: mitgrenzenloser Ncubegicr erwarteten Alle die Antwort Seiner Majestät. Wer unteruns hat nicht das Andenken an seine Milde und christliche Ergebung bewahrt, alsin seiner Gegenwart von seinem persönlichen Ruhme die Rede war, denn selbst saher sich bloß als ein Werkzeug der Vorsehung an! Doch die Züge des Kaisers, seinBlick und seine Haltung strahlten von unbeschreiblicher Größe, wenn er vom Schicksaleder Völker, vom Wohl« der Menschheit sprach. So erschien er in diesem Augenblicke.Der Kaiser antwortete dem feindlichen Offizier, daß er, in die Bitte des Marschallseinwilligend, den Befehl ertheilen werde, mit dem Kampfe inne zu halten, alleinmit der Bedingung, daß sich Paris ergebe: „„sonst,"" fügte er (Alexander) hinzu,„„wird man bis zum Abend die Stelle nicht wieder erkennen, wo Ihre Hauptstadtwar')."" Da der französische Offizier gar keine Vollmachten besaß, und nur bat,den ferneren Angriffen ein Ende zu machen, worauf man nicht eingehen konnte,ohne die Vortheile des Sieges zu gefährden, so befahl der Kaiser dem FlügeladjutantcnOrloff, sich mit dem Offizier zum Marschall Marmont zu begeben, um die vorläufigenBedingungen abzuschließen.
„Der Abgesandte des Kaisers (Alexander) traf an der vorderen feindlichen Ketteden Marschall Marmont, der mit gezogener Klinge die ermüdeten und entkräftetenTruppen crmuthigte. „„Ich bin der Herzog von Ragusa,"" sagte er, „„wer sindSie?"" „„Der Oberst Orloff, Adjutant des Kaisers von Rußland, welcher Pariszu retten wünscht-""
„„Das ist auch mein einziger Wunsch und meine Hoffnung, sonst bleibt unsnichts Anderes übrig als hier zu sterben. Wie lauten Ihre Bedingungen?""
„„Dem Kampfe ein Ende zu machen; die französischen Truppen sollen in dieBarrieren einziehen und sogleich Bevollmächtigte bestimmen, um wegen der Uebergabevon Paris zu unterhandeln.""
1) ES ist in der That merkwürdig, daß dem General DanilefSky fast immer etwa» entschlüpft, da»auch seinen wahrscheinlichen Erzählungen den Stempel deS Roman» ausdruckt.