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Paris ist nicht genau bekannt. Die Angaben wechseln, was die Verbündetenbetrifft, von 8000 bis zu 18,000 Mann an Todten und Verwundeten, wasdie Franzosen betrifft, von 3000 bis zu 9000 Mann. Die Verbündetennahmen einen General (Clavel) und 1000 Mann gefangen, und erobertendrei Fahnen, 80 Kanonen *) und 120 Pulverwägcn ** ***) ). Daß die Verbündetenmehr verloren als die Franzosen, erklärt sich aus den gedeckten Stellungender Letzteren, und aus ihrer langen Ucberlcgcnheit an schwerem Geschütze.
Die Ursachen des Verlustes der Schlacht von Paris sind so klar, daßsie kaum einer Auseinandersetzung bedürfen. Sie lagen >L.cnigcr in dergeringen Truppenzahl der Franzosen, als darin, daß nicht zur rechten ZeitFürsorge auf den Fall eines Angriffes mit übermächtigen Strcilkräften durchBefestigung der Hauptpunctc der Stellung getroffen worden. Ein Mann,dessen Urlheilsfähigkeit kein Militair in Zweifel ziehen wird*"), erklärt:„Hätte Napoleon etwas von seinem Feuereifer auf seine Stellvertreterübertragen können, und hätten diese den Muth gehabt, auf eigene Gefahrzweckdienliche Maßregeln zu ergreifen, so würde, vorausgesetzt, daß dieHöhcnpunctc befestigt waren, der Kampf vor den Thoren der Hauptstadtwohl noch fortzusetzen gewesen sein, bis die französische Armee über
Foncainebleau herbeigekommen wäre, und mindestens wäre die Katastrophedes großen Trauerspieles, das Napoleon Bvnapartc über Europa geführthatte, erst in einem späteren Acte erfolgt." In der That war die feigeFurcht, welche König Joseph vor seinem Bruder hakte, Schuld: daß eres nicht wagte, die Hochfläche befestigen zu lassen, wozu er hunderttausendArme zu jeder Stunde aufbieten konnte; daß er die Division Souham
nicht herbeirief; daß er den 20,000 Mann, welche in den Depots ein
bis zwei Märsche von der Hauptstadt versammelt waren, nicht Befehl gab,zur Vertheidigung von Paris herbeizueilen. Wenn man zu gestehen
gezwungen ist, daß die Soldaten Marmonts und MortiersAlles thaten, was tapfere Männer thun konnten, um Paris zu retten, mußman andererseits bekennen, daß von Seite der Personen, welche die höchsteLeitung in Händen hatten, niemals weniger geschehen ist, um eine Hauptstadtvon solcher politischen Wichtigkeit vor feindlicher Eroberung zu bewahren.Auch die Marschällc Marmont und Mortier sind nicht tadclfcci. Siemußten wissen, daß, wenn Pantin und Romainville nicht besetzt waren,die Schlacht von vorne herein halb verloren war; sie hätten sich also am29. Abends die gewisse Ueberzeugung von dem Besctztscin oder von demNichlbeschtsein dieser wichtigen Puncte verschaffen sollen, und im letzterenFalle mußten sie dieselben sichern lassen, ihre Truppen mochten ermattetsein oder nicht. Wären Pantin und Romainville am Morgen ausgiebigvon den Franzosen besetzt gewesen, so würden die Verbündeten wahrscheinlichabgewartet haben, bis das schlesische Heer in der Kampflinic erschien, undes hätte gewiß einen sehr großen Unterschied gemacht, ob die Truppen
*) Soviel giebt der Fürst Schwarzenbcrg in dem Berichte, den er nach derSchlacht dem Kaiser Franz erstattete, an.
**) C. v. W., S- 248, bemerkt, daß die Pulverwägen ganz neu waren.
***) Der Generallieutcnant Valentini in der Lehre vom großen Kriege, II. 207, 203.
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