120 Baltassarre Peruzzi.
kultiviren; sie wurden für ihn Gegenstände eines ernsten Sturdiums. Er forschte nach den Gemälden der besten Meister,kopirte sie, wurde bald selbst Meister und geschickt genug, umvon dem Ertrage seiner Gemälde nicht nur leben, sondern auchseine Mutter und seine Schwester unterstützen und sich überdießnoch Beschäftigungen widmen zu können, die nichts eintrugen.
Seine ersten Werke befinden sich zu Siena und zu Vol-lerm. Hier schloß er Freundschaft mit einem Maler dieserStadt, Namens Pietro, welchen der Papst Alexander VI. nach Rom berief, um im Vatikan zu malen. Dieser Maler .nahm ihn mit nach Rom , in der Absicht, ihn an seinen Arbeirten Theil nehmen zu lassen. Der Tod des Papstes vernichtetedieß Gesellschaftsprojekt und Balthasar übernahm verschiedeneFresko-Malereien, wie z. B. diejenigen, welche man noch zuSankt Rochus sieht, und die in Rom anfingen, ihm einengewissen Ruf zu verschaffen. Diesem glücklichen Debüt ver-dankte er bedeutendere Arbeiten zu Ostia , wo er im Helldunkeleine Schlacht im antiken Styl malte. Das Costüm war dabeisorgfältig beobachtet; die Rüstungen, die Schilde, die Kürasse,und die Kriegswerkzeuge r Alles war eine getreue Wiederholungder Bas-Reliefs und der Denkmale des Alterthums. Cäsareda Sesto half ihm bei dieser Unternehmung, die ihn vollendsfür das bekannt machte, was er werth war.
Bei seiner Zurückkunft.nach Rom schloß er eine enge Freund-schaft mit dem berühmten Kunstliebhaber Augustin Chigi vonSiena , welcher in ihm einen Landsmann aufzuführen und eingroßes Talent aufzumuntern fand. Man verdankte ihm dieschönen Werke, womit der Geschmack des Liebhabers sich genö-thigt sah, den Künstler zu beauftragen. Aber Peruzzi ver-dankte ihm die Muße und die Hülfsmittel, die ihm erlaubten,sich dem Studium der Architektur zu widmen. Er umfaßtealle Theile derselben, und indem er ein großer Architekt wurde,gelang es ihm auch, der Architektur die seltenen Kenntnisse,