Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

Baltassarre Peruzzi. 121

die er in der Malerei erlangt, zum Nutzen gereichen zu lassen.lDie Architekturmalerei, deren glücklicher Erfolg durch die Ver-einigung der beiden Talente und folglich einer doppeltenFähigkeit bedingt ist, verdankte ihm, wenn nicht ihre Geburt(im eigentlichen Sinne) doch wenigstens jene Vorzüglichkeitund jenen Grad von Vollkommenheit, von weichen in derFolge, hinsichtlich des Geschmacks, der Ursprung dieser Kunst-art sich hergeleitet.

Bis dahin war aus den ziemlich dunkeln Werken einiger. Gelehrten die Wissenschaft der Perspektive noch nicht hervorgegangen. Die Maler des fünfzehnten Jahrhunderts wendetensie in dem Hintergründe ihrer Gemälde an. Aber die Cvm-positionen jener Zeit waren meistens so einfach, daß die Zeich-nung ihrer Gebäude durch das alleransänglichste Verfahrenkonnte ausgeführt werden. Zu der Zeit Peruzzi's aber hattendie Werke Raphael's, welche die Sphäre der Male-

rei erweitert, die Vereinigung der Theorie und der Praxisin dieser Gattung unumgänglich gemacht.

Damit indessen diese Wissenschaft, wie man seitdem gese-hen, eine Art von besonderer Nachahmung (diejenige, welcheunter dem Namen der Architekturmalerei bekannt ist) hervor-bringen konnte, mußte sie durch ihre Anwendung auf einenneuen Zweig der Malerei eine größere Entwickelung erhalten;und dieser Zweig waren dei theatralischen Dekorationen. Aberdie dramatische Kunst befand sich noch in ihrer Kindheit, undder Decorateur hatte sich nur noch mit der Ausführung dermechanischen Schauspiele beschäftigt, deren wir in dem LebenBrunelleschi's erwähnten. Indem sich Peruzzi dem gründlichenStudium der Theorie und der Praxis der Perspektive widmete,schien er zu ahnen, daß er bestimmt sei, die Theaterdecorationin ihrem vollen Glänze wieder herzustellen.

Die Vollkommenheit, zu welcher er gleich beim ersten Ver-suche die Werke dieser Kunst gebracht, scheint unglaublich, wenn