Band 
Erster Band.
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Baltassarre Peruzzi. 125

dorischer Pilaster ohne alle Ungleichheit der zwischen denselbenbefindlichen Raumweite. Da die Oeffnung der erwähntensünf Bogen die nämliche, wie die zwischen den Pilastern ist,so bringt dieser erste Portikus einige Mannigfaltigkeit in dieMasse, ohne der Einheit seiner Composition zu schaden. DieEtage, welche sich über das Erdgeschoß erhebt, stellt mit einerähnlichen Eintheilung die nämliche Ordnung dorischer Pilasterdar, welche im ganzen Umkreis des Gebäudes die Fenster-pfeiler zieren. Hier dürfte allerdings einige Eintönigkeit alsdas Resultat der Wiederholung der nämlichen Pilasterordnungin zwei Etagen zu tadeln seyn; auch könnte man fragen,warum die untere Ordnung zierlicher und länger gehalten sei,als die obere. Welche Wichtigkeit aber auch die Kritik aufdrese Bemerkungen legen, selbst wenn sie in dieser Anordnungeinen wirklichen Fehler erkennen sollte, können wir dennochversichern, daß er der Zusammenstimmung, der Anmuth unddem Ebenmaaße des Ganzen nichts benimmt. Der Friesüber der Hauptctage ist mit Fruchtschnüren, getragen vonGenien und Candelabern, geziert, welche den kleinen Fenster-öffnungen, die in dieser Art von Mezanino zwischen ihnenangebracht sind, eine glückliche Abwechselung verleihen. AlleDetails der Profile sind rein, und zwar von jener Art vonReinheit, die man am besten durch das Wort Attische Eleganzzu definiren vermag.

Dieser kleine Palast,-noch jetzt eine der elegantesten Schöp-fungen der Architektur, an welchem Peruzzi allen Zauber derDekorationsmalerei mit der Anmuth der Säulenordnungen zuvereinigen gewußt, mußte in der ersten Zeit nach seiner Vollen-dung dem Künstler als eine Art von Wunderwerk erscheinen.Alle Gegenstände seiner äußern Verzierung waren damals grauin grau; jetzt sind sie längst verwischt, und man kann sichnur noch mit Hülfe der Einbildungskraft eine Vorstellung vondiesem Gebäude machen. Wenn man sich auch das doppelte