Band 
Erster Band.
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126 Baltassarre Peruzzi.

Talent des Künstlers, welcher dasselbe aufgeführt, wenn mansich diesen als Architekt und als Maler zugleich denkt, kannman sich dennoch kaum einen genügenden Begriff von derHarmonie eines unter einer solchen Verbindung von Umstän-den geschaffenen Ganzen machen. Mit Recht sagt Vasari mit wenigen Worten von diesem Palaste: 8i vocke voninursto ru» veramente nato. (Man hält ihn nicht fürgebaut, sondern wirklich für erschaffen). Dieß ist das Beste,was man von allen Werken sagen kann, welche mehr dieSchöpfung des schaffenden Verstandes, als das mühsameNachbild des kopirenden Wissens sind.

Balthasar Peruzzi zeichnete sich als Maler auch in jenerArt von Verzierung aus, welche die Italiener a lerrettsnennen. Man bediente sich derselben damals gerne zur äußernVerschönerung der Gebäude. Sie bestand aus einer Verbin-dung von Thonerde, zerstoßener Kohle und Travertin- oderKalksteinstaub. Die Zeichnungen wurden auf dem Anwurfeingcschmtten, und diese vertieften Linien mit Schwarz undWeiß ausgefüllt, um Licht und Schatten hervorzubringen.Nichts glich mehr der Bildhauerei und es war zugleich sehrförderlich und ökonomisch, Verzierungen und Basreliefs aufdiese Weise zu machen. Schade aber für die Arbeiten einigergeschickten Meister in dieser Art: ihre Dauer glich nicht ihremVerdienste und die Zeit hat ihrer so wenig gescbont als derübrigen. Umsonst würde man jetzt noch welche von Peruzziin Rom suchen; es sind nur noch Erinnerungen an dieselbenübrig.

Als er nach Bologna ging, entwarf er für die Fa^adeder Kirche Lsn-ketronio zwei Aufrisse im Großen mit ihrenDurchschnitten. Der Eine war im neuen Geschmacke, der Andreim gothischen Style. Er stattete sie mit sehr sinnreichen De-tails aus, um die neue Construktion der alten anzupassen,ohne dieser zu schaden. Diese Projekte wurden bewundert.