Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

134 Baltassarre Pcruzzi.

begängniß, und sein Begräbnis wurde ihm im Pantheonneben der Grabstätte Raphaels angewiesen.

Pcruzzi lebte und starb arm. Sein einziges Einkommenbestand in zweihundert fünfzig Skudi, die ihm seine Stelle alsArchitekt der St. Peterskirche eintrug. Dieß war seine einzigeHülfsquelle für den Unterhalt seiner Familie. Der PapstPaul III. erhielt erst in seiner letzten Krankheit Kenntniß vondem Zustande seiner Dürftigkeit. Kurz vor seinem Tode schiener erst den Verlust zu fühlen, welcher den Künsten drohte.Er ließ ihm hundert Skudi ausbezahlen, begleitet von Dienst-anerbietungen und schmeichelhaften Beweisen einer verspätetenVerbindlichkeit.

Der schüchterne Charakter dieses Künstlers stand seinemGlücke stets im Wege. Eine Art von übertriebenem Zartge-fühl hinderte ihn, so oft er gekonnt hätte, die Gelegenheit zubenützen, aus seinem Talente Vortheil zu ziehen, und es ereig-nete sich oft, daß Andere, mit denen er zu thun hatte, sichfeine Schüchternheit zu Nutzen machten. Für reiche Menschenund mit hohen Personen stets beschäftigt, konnte er gleichwohlnie aus seiner Dürftigkeit kommen, noch sich entschließen,das Geheimniß derselben zu entdecken. Seine Liebe zum Stu-diern war ebenfalls seinem Glücke entgegen. Jeden Augenblick,den ihm seine Praxis gestattete, widmete er der Theorie seinerKunst und wissenschaftlichen Untersuchungen.

Sebastian Serlio erbte zum Theil seine hinterlassenen Schrif-ten und Zeichnungen von Alterthümern. Er bereicherte mitdenselben seine Abhandlung über die Architektur, besonders seinviertes und fünftes Buch, welche die altertMnlichen Denk-mäler Roms enthalten. "