Baltassarre Peruzzi. - 133
Nische, und die Thüre steht gerade der Säulenweite des Ein-gangs gegenüber. Die Säulenordnung des Aeußern herrschtauch im ganzen Innern.
Nichts ist reiner, nichts klassischer so wohl im Innern wievon außen, in der Säulenlaube des Eingangs, wie in jenerdes Hofes, als diese ganze Architektur. Waö das verständigeAuge, welches sich von dem Zauber, den es empfindet, Rechen-schaft ablegt, besonders bewundert, ist gerade das, was fürjeden andern Architekten die Klippe seines Talents hätte seynkönnen. In der That hatte man bei der ganzen Anlage mitden lästigsten Hindernissen zu kämpfen. Statt indessen sichnach der Baustelle zu richten, sollte man vielmehr sagen, daßdieselbe sich den Befehlen des Architekten gefügt. Der Raumist eng und klein. Alles was ihn ausfüllt ist groß und scheintgemächlich. Unglücklicherweise ist es unmöglich, die Straße,die an der Fa^ade des Palastes vorbeizieht, breiter zu machen.Auch gestattet dieselbe nicht, wie man wünschen möchte, denfreien Anblick der schönen Fenstereinfassungen der ersten Etageund des reichen Gesimses, welches die Masse des ganzen Ge-bäudes krönt.
Dieß war das letzte Werk Balthasar Peruzzi's. Es warihm sogar nicht einmal vergönnt, die Beendigung desselbenzu erleben. Der Tod überraschte ihn, ehe er es vollendenkonnte, und noch in der vollen Kraft seines Talents. Manschöpfte damals einigen Verdacht, daß dieser frühzeitige Toddurch eine Vergiftung herbeigeführt worden, und der Verdachtfiel auf einen seiner Neider, der nach seiner Stelle als Architektder St. Pettrskirche strebte. Indessen entdeckte man erst An-zeichen hiervon, als nicht mehr zu helfen war. Er starbsechs und fünfzig Jahre alt, von seinen Freunden und seinerFamilie bedauert, der er statt aller Erbschaft nur einen Namenhinterließ, welcher nach seinem Tode noch berühmter werdensollte. Die Künstler veranstalteten ihm ein ehrenvolles Leichen-