Band 
Erster Band.
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Raphael Sanzio .

Ein kleines Gebäude aber, das man einstimmig für eineSchöpfung Raphaels allein hält, ist der Palast AugustinChigi's a la I^on^ara. Was seinem Geschmacke und seinemStyle zum Lobe gereicht, und was der Nachbarschaft wegenvielen Anderen hätte sehr nachteilig seyn können, ist, daß eseinem der zierlichsten Gebäude Balthasar Peruzzi's, der Far-nesina nämlich, gegenübersteht, und ihm gleichsam zum Pendantdient; und daß beide Architekturen von dem nämlichen Meisterzu seyn scheinen.

Man erkennt und bewundert in Rom als das authentischsteund zugleich in seiner Art als das bedeutendste Werk Raphaelseinen ziemlich großen Palast, der sich, so viel man weiß, inder Nähe von 8sni' Xnävea ckells Vall« befindet. Seineauf das Beste angeordnete Fayave besteht aus zwölf Fensternüber deren Pfeiler sich eine Ordnuug gekuppelter dorischerSäulen erhebt, welche die Hauptetage bilden und mit einemsehr schönen Gesimse mit Dreischlizen gekrönt sind. Der Unter-satz ist ganz in Bossagen aufgeführt, deren Vertheilung hiersehr mannigfaltig ist. In diesem ganzen Aufrisse wechselnPfeiler, Fenster- und Thüröffnungen in einem so richtigenVerhältnisse unter einander ab, daß dieses eher von dem Geisteder Verzierung eingegeben, als — wie man doch wohl an-nehmen zu dürfen glaubt — von mehr als einem örtlichenZwange diklirt zu seyn scheint.

Nach den eben angeführten Zeugnissen über die Geschick-lichkeit Raphaels in der Baukunst und noch mehreren anderen,weniger entscheidenden, die man deswegen hier übergeht, darfman sich nicht erstaunen, daß nach dem Tode Bramante's ,Leo X . nach dem Wunsche dieses Architekten, den Raphaelzu seinem Nachfolger als oberster Direktor der Construktionder St. Peterskirche ernannt. Das Breve des Papstes, welchesihm diese Stelle übertrug, gründet sich nicht nur auf dasLob Bramante's , sondern auch darauf, daß Raphael dasselbe