größten Unternehmungen,, hatte alle mechanischen Hülfsmittelund Construktions-Materialien zu seiner Verfügung, die damalsRaphael nicht zu Gebote stehen konnten. Wahrscheinlich machtedieser das Projekt und Bramante ließ es ausführen.
Was uns dieß noch glaubwürdiger macht, ist, daß wennman den Geschmack dieser Architektur untersucht, man an der-selben einerseits weder die etwas magere Manier zu profiliren,noch die Art von Trockenheit bemerkt, welche in den WerkenBramante's gewöhnlich sind; und daß anderseits diese niedlicheFa^ade uns die nämlichen Einfassungen mit Säulen, wie andem Palafte Pandolfini zeigt, die man in keinem der AufrisseBramante's wiederfindet.
Ein anderer Umstand, nämlich der einer vollkommenenUebereinstimmung des Geschmackes und der Manier zwischenRaphael und Julius Romanus, hat es oft erschwert, denAntheil des Meisters und jenen, welchen der Schüler an derAusführung einiger der herrlichsten Gebäude Roms habenkonnte, genau zu unterscheiden. Schon die Kritik der Zeit-genossen eignete öfters Beiden ohne Unterschied gewisse Denk-mäler zu, welche in der That nur das Produkt eines unddesselben Genie's sind. Wenn man Vasari Glauben beimessendarf, ist die liebliche Villa, genannt Villa ckel kapa, seitdemund noch jetzt Villa lVIaäama von der Zeichnung Raphaels.Dieser Meinung ist auch Piacenza ; doch glaubt derselbe, daßJulius Romanus Theil daran genommen, welches auch, wasdie Ausführung der Verzierungen und der Malerei betrifft,keinem Zweifel unterworfen.
Richt weniger Zweifel herrschen über einige andere Paläste,Meisterstücke der Anmuth und des Geschmackes, wahrhaft klas-sische Gebäude, die man den Liebhabern nicht besser zu bezeich-nen weiß, als indem man ihnen sagt, daß sie in Rom mittenunter den anderen Gebäuden wie Ueberreste des Alterthumsunter neueren Werken hervorstechen.