Band 
Erster Band.
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Sän Michcli.

bespülten Boden eine feste Grundlage geben könnte. Er ge-brauchte zu dieser Construktion Steine von Jstricn, welchein hohem Grade die Eigenschaft besitzen, dem Wechsel derWitterung zu widerstehen. Diese Masse ist so herrlich auf-geführt, daß man sie für einen behauenen Felsen halten sollte.Der äußere Steinschnitt ist in Bossage. Das Innere derFestung sollte einen sehr schönen Platz erhalten, welcher abernicht vollendet wurde.

Sän Micheli hatte sich durch sein Verdienst zu viele Be-wunderer erworben, um nicht auch Neider zu haben. Dieseverkündigten, daß die schwere Artillerie, womit diese Festungbesetzt werden sollte, unvermeidlich ihren Untergang verursachenwürde, wenn man sich derselben bedienen wollte. Sän Micheliverlangte inständigst, daß man die schwersten Stücke aus demArsenale von Venedig dahin führen, alle Schießscharten derFestung damit besetzen und alle Kanonen auf einmal zugleichlosbrennen sollte. Der Versuch wurde gemacht, und dieserfürchterliche Knall brachte keine andere Wirkung hervor, alsdaß er den Ruhm des Architekten und die Schande seinerVerläumdcr verkündigte. Es zeigte sich keine Spur von einemRisse oder irgend einer Steinverrückung in dem mindesten Theilder Construktion. Eine solche Kritik dient, wenn sie durch dieErfahrung auf solche Weise widerlegt wird, nur dazu, denRuf derjenigen, welche darüber triumphiren, noch mehr zu ver-mehren. Dieß war der Fall bei Sän Micheli, dessen Rufsich so weit verbreitete, daß Kaiser Karl V. und Franz I. sichmit einander um die Wette um ihn, so wie um seinen NeffenJohann beeiferten, welche indessen Beide den Dienst ihresVaterlandes vorzogen.

Es lehrt uns die Geschichte der Architektur in den schönenJahrhunderten Italiens , noch mehr aber überzeugen wir unsdurch die Biographien seiner berühmtesten Architekten, daßdamals ein und derselbe Künstler in einer gemeinschaftlichen