Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

dreihundert Jahre und ihre Festigkeit hat sich vollkommenbewährt. Im Jahre 152? baute er vor Allen zuerst dieMagdalenen-Bastion. Von diesem Werke datirt sich sowohl das Ende der alten, als der Anfang der neuern Me-thode, die Plätze zu befestigen. Seitdem durch seine eigeneErfahrung aufgemuntert, gab er sich immer mehr Muhe undging in dieser Kunst der Vollendung entgegen. Man sahihn nach seinen neuen Grundsätzen Legnano, Orzi-Nuovound Castello befestigen. Diese Arbeiten erhielten den allge-meinen Beifall der Sachkenner und besonders des Herzogsvon Urbino , General-Capitains der Truppen der RepublickVenedig. Jeder bestrebte sich. Sän Micheli zu haben. FranzSforza, Herzog von Mailand , hatte einige Mühe ihn vonden Venetianern nur auf drei Monate zu erhalten, und be-lohnte ihn sowohl durch Geschenke als durch Ehrenbezeigungenauf das Großmüthigste.

Sän Micheli besuchte zum Zweitenmale alle festen Plätzeund alle Schlösser der Venetianischcn Staaten. Er bessertedie alten Befestigungswerken aus und verbesserte allenthalbendas System derselben. Nach seinen Planen wurden dieWerke von Zara in Dalmatien von seinem Neffen aufgeführt,welcher auch die herrliche Festung St. Nikolaus an der Mün-dung des Hafens von Sebenico baute. Da Venedig damalsim Kriege mit den Türken begriffen war, befestigte SänMicheli mit der größten Sorgfalt Cypern , Candia, Canea,Retino und Napoli di Rvmania. Alle diese Werke warenlange Zeit die Klippen, an welchen die Ottomanische Machtscheiterte.

Aber das merkwürdigste Denkmal der Kenntniß Sän Mi-chcli's ist die Festung Lido, am Eingang des Hafens vonVenedig . Man hatte es für unmöglich gehalten, daß ereiner solchen ungeheuern Masse in einem sumpfigen, unauf-hörlich von den Meereswogen und der Ebbe und der Fluth