Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

Dieß bewies er mit dem glücklichsten Erfolge bei Auffüh-rung der Thore der Bastionen und der Festungswerke derStädte. Der Marschall von Vauban lehrt, und mit ihm alleneueren Ingenieurs, daß diese Thore in der Mitte der Cour-tinen angebracht werden und zugleich zum Cavalier (zur Katze)dienen müssen. Lange Zeit zuvor hatte schon Sän Michelidiesen Grundsatz aufgestellt, und man findet die Anwendungdesselben bei allen seinen Werken. Zum Beweise dienen dieThore von Verona , die sich so wohl den Augen des Inge-nieurs als des Architekten empfehlen.

Die korta lVuovs, das erste Thor, das er für diese Stadtaufführte, ist ein viereckiges Gebäude, dessen Inneres aufmehreren Reihen dicker Pfeiler von Werkstücken ruht. Esenthält Wachtstuben, Abtheilungen für die Artillerie und dieKriegsmaschiencn; das Ganze ist mit eben so viel Geschmackals Adel angeordnet. Die zwei Fanden, die innere und dieäußere sind mit einer dorischen Säulenordnung in den schön-sten Verhältnissen geziert. Alles trägt an diesem Gebäudeeinen ernsten und kräftigen Charakter, wie er sich für einsolches Denkmal geziemt. Die Mauer der äußern Fayadebietet zwei pyramidenförmige Wandpfeiler von Marmor dar,die sich aus der Tiefe des Grabens erheben und den Pfeilernund den dorischen Säulen von Bossage-Arbeit, an beidenSeiten des Thorbogens zum Untersatze dienen. Die äußerstenEnde der innern Fa^ade stoßen an zwei gewölbte Gallerien,welche in die unterirdischen Gänge führen. Zwei sehr sinn-reiche Treppen befinden sich in den Winkeln des Gebäudes,welches mit ziegelförmig über einander gelegten Steinplattengedeckt ist. Ueber das Ganze erhebt sich eine Art vonauf kleine steinerne Pfeiler gestützt, um die Soldaten und dieKriegsmunition zu bedecken.

Man glaubte damals sich nichts Vollkommneres vorstellenzu können, als das architektonische Gesammtganze dieses Thores.