Band 
Erster Band.
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Antonio Sän Gallo.

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Pfeiler. In der That hatte auch dieses Gemäuer bis zumJahre 1526 nicht die mindeste Bewegung gezeigt. Jetzt aberbegannen nicht nur die großen Bogen des Doms, sondernauch alle übrigen Theile der Kirche Riffe zu bekommen undsich zu öffnen, so, daß sie einen nahen und unvermeidlichenEinsturz verkündigten.

Das Uebel rührte von den Grundlagen her, welche wederbreit noch tief genug waren. Sän Gallo, vom Papst Cle-mens VII. beauftragt, demselben abzuhelfen, begann sogleich,die ganze Construktion zu stützen und alle Arkaden mit starkeneisernen Bändern und Klammern zu befestigen. Er verstärktedie Grundlagen, die Mauern und die Pfeiler; und nachdemer ihnen eine Festigkeit gegeben, welche alle Proben aushaltenkonnte, benutzte er diese Umarbeitung, um die allgemeine An-ordnung zu verändern und zu verbessern und andere Profile undein neues Gesims zu verfertigen. Es gelang ihm endlich,'dieseKirche, welche sein Werk geworden, durch eine fast gänzlicheRenovation zu einer der schönsten in Italien zu machen.

Wir sagen hier mit Vasari , daß Restaurationen dieser Arteben so viel, als neue Schöpfungen, und wohl noch etwasSchwierigeres sind. In der That, fügt er hinzu, ein neuesGebäude schaffen, ist eine natürliche Sache, aber es wiederaufzuerwecken, ist etwas Wunderähnliches.

Sän Gallo war ein zu geschickter Baumeister, um nichtauch ein großer Ingenieur zu seyn. Fast sein ganzes Lebenwar zwischen den Arbeiten der Civil- und Militär-Architekturgetheilt. Sein erster Versuch in Fortifikationsarbeiten warendie der Befestigung von 6ivita veccstis. Der Papst gabseinem Projekte vor den Zeichnungen der geschicktesten Inge-nieure, die er versammelt, den Vorzug. Die Citadelle vonAncona, die von Florenz bei dem Thore a ?rato und jenevon Nepi für den Herzog von Castro sind Denkmäler seinerGeschicklichkeit, denen man noch viele Andere beifügen könnte,l- 12