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Antonio Sän Gallo.
fahren. Ein Gebäude von so großem Umfange und aus sovielen Theilen bestehend, die einander wechselseitig zu Stütz-punkten dienen müssen, hätte insgesammt auf einer allgemeinenGrundfläche zugleich aufgeführt werden sollen. Dieß ist diebeste Methode, die Ungleichheit in der Senkung der Materia-lien zu verhüten. Dann erheben sich alle Theile zusammenund machen miteinander ihre Wirkung; indem alle Bogen zu-gleich verbunden werden, stützen sie sich Einer auf den Andern.In der materiellen Baupraris gibt es eine gewisse Einheitder Zeit und der Wirkung, wenn man so sagen darf, welchedas Bedürfniß empfiehlt, so wie der Geschmack dieselbe inanderen Gattungen vorschreibt. Ein Gebäude errichten undden Grund zu demselben stückweise legen, scheint weniger, istaber in der Wirklichkeit ein größerer Fehler als wenn mandasselbe nach einzelnen Fragmenten componiren wollte.
Dieß war indessen der Fehler der Construktion Bramante's .Dieser Architekt war gewissermaßen gezwungen, sein Denkmalbei den Theilen, nämlich bei den Stützen des großen Thurmsdes Doms zu beginnen, welche der Ordnung nach zuletzthätten aufgeführt werden sollen. Durch die alte St. Pcters-kirche genirt, die man nicht eher abbrechen wollte, als bis dieneue so weit gediehen, daß sie dieselbe ersetzen konnte, beganner, die vier großen Bogen des Doms auf mehr oder wenigerfreistehende Pfeiler aufzuführen, statt daß ihre Construktionsich erst mit den Bogen der vier Schiffe hätte endigen sollen,welche jenem Baue zur Widerlage gedient hätten. Wenn mansolche Maaßregeln, besonders die einer allgemeinen Grundlagegetroffen, so würden alle diese Massen sich einander zusammengehalten und in, den Stützen der Kuppel sich weniger Rissegezeigt haben.
Unter Leo X. dem Nachfolger Julius II. beschäftigten sichRaphael, Giocondo und Giuliano da Sän Gallo mit nichtsals mit der Sorgfalt, die Grundmauern der Pfeiler zu ver-