Band 
Erster Band.
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Antonio Sän Gallo. 193

welche seither in ähnlicher Art ausgeführt worden, zum Vor-bilde gedient.

Aber die Architektur des Palastes Farnese und besondersdie der beiden unteren Saulenordnungcn seines Hofes blieb,wie schon erwähnt, in der neuern Zeit die vollkommensteNachahmung jener alterthümlichen Art der Construktion, welchein der Verbindung der Säulen mit den Pfeilern der Arkadenbesteht. Diese Art, etwas schwerfälliger zwar und wenigerelegant, aber auch weit dauerhafter als die der Säulenord-nungen, verdient eben darum der Letztem vorgezogen zuwerden, sobald die Rede davon ist, mehrere Etagen übereinander aufzuführen. Der schöne Effekt dieser Methode hatin den so wohl erhaltenen Ueberresten der alterthümlichenTheater und Amphitheater sehr viele Beweise für sich. DerHof des Palastes Farnese ist in jeder Hinsicht geeignet, mitdiesen Denkmälern der Kunst und des Genic's des altenRoms zu wetteifern.

Von undenklichen Zeiten her, herrschten über den Seevon Marmor« und den Ausfluß, den man seinen Gewässerngeben mußte, Streitigkeiten zwischen den Einwohnern vonTcrni und Narni , wovon die Einen sich den Arbeiten, welchedie Anderen unternehmen wollten, stets widersetzten. DieserStreit erneuerte sich von Zeit zu Zeit, ohne daß man dieUrsache, welche denselben immer wieder veranlaßte, je ausdem Wege zu räumen vermochte. Diesen schwierigen Auftragerhielt Sän Gallo von Paul III. Er übernahm denselben;und obgleich alt und gebrechlich nahm er keinen Anstand, sichin der größten Sonnenhitze den mühevollen Arbeiten einesso beschwerlichen Unternehmens zu unterziehen. Bald aberwurde er von einem Fieber befallen, das ihn in wenigenTagen hinweg raffte.

Sein Leichnam wurde von Terni nach Rom transportirtund nach prachtvollen Obsequien, welchen alle Künstler und

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