Band 
Erster Band.
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Julius Romanus.

Aber Vasari sagt uns hierüber noch bestimmter: „Nach-dem er von seinem Lehrer die schwersten Gegenstände in derMalerei gelernt, gelang es ihm halb auch, Gebäude perspek-tivisch anzulegen, sie auszumessen und die Grundrisse davonzu entwerfen. Oefters ließ Raphael die Skizzen seiner Erfin-dungen durch ihn im Großen redigiren, um sich derselben beiseinen architektonischen Cvmpositionen zu bedienen. Dadurchgewann Julius Romanus an dieser Arbeit nach und nach Ge-schmack, wurde geschickt und gelangte endlich dahin, ein vor-trefflicher Architekt zu werden."

Dieß erklärt uns, woher es kam, daß zu seiner Zeit undnoch öfters nach ihm, einige Gebäude für sein Werk und auchfür das des Raphaelö gehalten wurden.

Hierunter gehörte unter Anderen die anmuthige Villa, dienoch gegenwärtig Villa Nackarua genannt wird, ursprünglichaber für den Kardinal Julius von Medicis , nachherigen PapstClemens VII., gebaut wurde. Vasari schreibt in dem LebenRaphaelö diesem die Architektur, und in dem Leben JuliusRomanus dem Meister auch die erste Idee des schönen Halb-kreises, welcher dem Palaste zum Eingang dient, dem JuliusRomanus aber die Leitung seiner Ausführung zu. Man weißübrigens, welcher Antheil ihm auch an allem dem gebührt,was die Decoration betrifft; und dieser Antheil ist sicher nichtder Geringste.

Die Villa ^lackama, welche nicht ganz vollendet wordenzu seyn scheint, ist in der Vernachlässigung, in der sie geblie-ben, für Architekten und Oecoratoren eine Art moderner An-tiquität geworden, in welcher sie, wie in den Ruinen desAlterthums, Lehren und Beispiele suchen. Nichts ist zierlichergedacht und anmuthiger verziert. Es ist Eines von jenenGebäuden, die unter dem Einflüsse der alterthümlichen Ideenund Formen erfunden und ausgeführt worden, und bei wel-chem der Eigenthümer, wie man keinen wieder findet, das