Band 
Erster Band.
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206 Julius Romanus.

Reichthümer des Genie's und des AltherthumS dieser Art inAnspruch genommen.

Nirgends hat sich die Poesie der Malerei in einem Gebäudemit mehr Reiz und Freiheit entwickelt. Alles scheint hier einAusfluß der schönen Begeisterung des Malers zu seyn. Wosich ein Kamin findet, sieht man Vulkan an seiner feurigenEsse beschäftigt, die Donnerkeile Jupiters zu schmieden. Aneinem andern Orte sitzt Polyphemus auf einem Felsen. Sohat der Geschmack des Künstlers jeden Gegenstand eines Ge-mäldes insbesondere mit den seiner Bestimmung entsprechendenmythologischen Personen zu verzieren gewußt.

Man kann nicht umhin, in dem Gesammtganzen diesesPalastes auf ein, in Bezug auf Geschmack und Verzierungwahrhaft klassisches Werk, auf das herrliche Gebäude aufmerk-sam "zu machen, welches man die Grotte nennt, weil sichwirklich eine solche darin befindet, welche zum Bade dient.Dieß Gebäude besteht aus mehreren größeren und kleinerenSälen, in welchen jener Styl von alterthümlichen Arabeskenund Verzierungen, welcher durch Raphael im Vatikan aufsNeue eingeführt und durch Einige seiner Schüler in verschie-dene Städte Italiens verbreitet, seitdem aber von niemandmehr in so schönem Geschmacke ausgeführt worden, in seinerganzen eleganten Reinheit glänzt.

Julius Romanus betrachtete die Stadt Mantua als seinezweite Vaterstadt und galt wegen der vielen Arbeiten, die erdort ausgeführt, für den zweiten Stifter derselben. Sie istin der That voll von Werken seines Genie's. Er baute ganzeQuartiere und Straßen wieder auf, gab der Stadt ein ganzneues Ansehen und verschönerte sie durch Gebäude, auf diesie noch jetzt stolz ist. Das herzogliche Schloß wurde durchihn neu erbaut und mit herrlichen Gemälden geziert, unterwelchen man besonders das der Eroberung von Troya bemerkt.Ueber einen andern Palast, den er für den Herzog zu Mar-