Band 
Erster Band.
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Julius Romanus.

Das Gewölbe des darauf folgenden Saales ist mit einemgroßen Gemälde von Primatice nach den Zeichnungen desJulius Romanus geziert, welcher dasselbe in den sechs übri-gen Feldern durch die Figuren verschönert, die er selbst aus-geführt.

Der letzte Saal auf dieser Seite ist wegen der außeror-dentlichen Erfindung seiner Verzierung der berühmteste vonallen. Das Auge vermag nicht zu erkennen, von welcherForm er sei. Die Malerei, die sich hier aller Oberflächenbemächtigt, hat durch die Täuschung der Farbe und der Per-spektive alle Linien verschwinden lassen, die seine Gestalt be-stimmten. Einige haben geglaubt daß er einen Kreis bilde,während er ein längliches Viereck ist, dessen Winkel nur leichtgerundet sind. Diesen Saal nennt man den Saal der Riesen.Er stellt eine neue Idee dar, deren Erfindung eben so kühnals ihre Ausführung wunderbar ist. Indessen hat seine Be-schreibung zu wenig Bezug auf die Architektur, als daß wiruns hier damit aufhalten könnten. Die Malerei ließ, wieschon erwähnt, selbst durch die Magie der Composition, seineunsprüngliche architektonische Form gänzlich verschwinden. So-bald man hier einmal eingetreten, sieht man keinen Ausgangmehr. Man ist von lauter Felsen umringt, die auf die Riesenherabstürzen, welche von denselben zerschmettert werden, odersich umsonst zu vertheidigen suchen. Der Boden selbst bestehtaus Trümmern und die Decke ist der Olymp, von welchemJupiter seine Blitze schleudert.

Geht man von hier wieder zurück und durch das obenerwähnte Vestibül, so findet man eine andere Reihe von Zim-mern, deren jedes gewissermaßen der Gesang einer Art mytho-logischen Gedichts in Malerei ist, wo die Muse des JuliusRomanus die Abentheuer des Phäthon, der Psyche, ihre Ver-mählung mit Amor, ihr Hochzeitsmahl u. s. w. dargestellt:eine reiche und große Composition, in welcher der Pinsel alle