Band 
Erster Band.
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Michel Angelo Bonaroti.

solcum Julius II. , so wie man es gegenwärtig in der Kirchevon 8su kiotro in Vineoll sieht, vollendet. Man bemerktauf demselben kaum die Figur des Papstes, welcher auf einemsehr hoch stehenden Sarkophage liegend dargestellt wird. Aberman vergißt alles Uebrige, um nur den Moses zu betrachten,der ehemals wegen seines kolossalen Verhältnisses bestimmt war,unter einem ganz andern Gesichtspunkte in diesem großen Gan-zen zu figuriren, welches in Bildbauerarbeit die ganze Reiheder Propheten und Sibyllen der Einmischen Kapelle wieder-holt haben würde. Eine Skizze dieses Gesammtganzen von Mi-chel Angelo hat uns die Idee desselben aufbewahrt. Mosesallein scheint hier durch den Stolz seines Charakters und seinesBlickes, durch sein imposantes Ansehen den Gedanken des Zu-schauers auf die rauhe und heftige Gemüthsart dieses Papsteszurück zu führen, welcher bei seinen Lebzeiten und, wie Vasari sagt, selbst in seinem, von Raphael gemalten Portraite, zitternmachte, kacovs temero 11 ritratto s veckerlo come selasse vivo.

Man zählt zu Rom die Regierungen der Päpste nach denKunstdenkmälern, die sie verherrlicht. Das von Paul III. wurde durch das Gemälde des letzten Gerichts berühmt, wo-mit Michel Angelo die Sirtinische Kapelle zierte. Wir sagenNichts von diesem Gemälde, zuverlässig das größte unterAllen, die es je gegeben und noch gibt, und in welchem mannach dem Gesichtspunkte, aus welchem die Kritik es betrachtet,Schönheiten und Unschicklichkeiten ohne Zahl und Maaß findet.Alle Urtheile übrigens, die man über dasselbe fällen könnte,wurden schon gleich bei seiner Erscheinung darüber gefällt.Indessen hat Michel Angelo dasselbe mit allen Talentendes Zeichners und mit' den Eigenschaften, die ihm selbsteigen waren, so überschwänglich und in so hohem Gradeausgestattet, daß sein Ruf dadurch außerordentlich gewann.Paul III. urtheilte darüber, wie sich's gebührte. Er ach-