Band 
Erster Band.
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Michel Angelo Bonaroti.

Urbin. „Nein, versetzte Michel Angelo, das werde ichnicht zugeben;" und er schenkte ihm zweitausend Thaler.Er hatte den Schmerz, ihn zu überleben; nachdem er ihnwährend seiner Krankheit Tag und Nacht auf das Sorgfältigsteverpflegt hatte, beweinte er seinen Tod.

Man fragte ihn um seine Meinung über das Verdiensteines Bildhauers, welcher lange Zeit damit zugebracht, diealterthümlichen Bildsäulen zu kopiren. Er antwortete:va ckietro acl altri, ruai. uon ^1i psssa inaurü, o clrivon sa kav b>euo cka so, von puo sorvir si ckollo

cose ck'altri. Wer sich gewöhnt nachzufolgen, wirdnie vorausgehen; und wer nicht von sich aus etwasGutes machen kann, wird auch aus den Werken derAnderen keinen Nutzen zu ziehen wissen.

Zweite Abtheilung.

Wenn uns Vasari diesen Grundsatz, in welchem sich seinGeschmack und seine Manier so deutlich aussprechen, auchnicht aufbewahrt hätte, würden wir ihn dennoch sammt seinerAnwendung in allen seinen Werken finden. Michel Angelohatte, wie uns seine Lebensgeschichte und die authentischenNachrichten über seine ersten Studien beweisen, wirklich inkeinem Gegenstände Lehrer. Er konnte, moralisch genom-men, keinen in der Malerei haben, noch weniger aber inder Zeichnungskunst, deren Schöpfer er war. Die Statuenund die alterthümlichen Werke, welche zu seiner Zeit sehrselten waren, hatten auf den Geschmack seiner Epoche nochdurchaus keinen Einfluß ausüben können. In den WerkenLorenzo Ghibertis und Donatello's zeigten sich Geschicklichkeit,Reinheit und Eleganz; aber das große Prinzip der Verhält-nisse, die erhabene Harmonie der griechischen Formen, die, Bewegung und das Leben, welche nur eine tiefe Kenntnißdes Muskelbaues und der Formen des menschlichen Körpers