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Michel Angelo Bonaroti.
darstellen, die, in Bezug auf Architektur, aus einem Unter-satze mit vorspringenden Säulenstühlen, vier auf der Haupt-seite und zwei aus jeder der beiden Nebenseiten, bestehensollte. Diese Säulenstühle waren für allegorische Standbilder,vermuthlich Embleme besiegter Leidenschaften oder Laster be-stimmt. Hinter jeder dieser, Statuen sieht man Tennen als.^^->^,e^ ?Pilaster sich erheben, an welche Gefangene gefesselt. Zwei' -
große Nischen auf jeder Hauptseite enthielten jede eine Sieges-göttin, mit einer zu Boden geworfenen Figur zu ihren Füßen,wie man sagt, als Symbole der Städte, welche Julius II. wie-der zum Gehorsam gebracht. Ueber die, mit einem Gesimsegekrönte Hauptmasse sollte sich, etwas eingezogen, eine zweiteMasse mit dem Grabmale und zwei großen Figuren erheben,welche den Himmel und die Erde vorstellten. Auf dieserEinziehung befanden sich acht Gruppen kolossaler Bildsäulenund unter diesen auch die des Moses, welche als Theil einessolchen Ganzen gewiß einen ganz andern Effekt gemacht habenwürde, als auf der Stelle, die sie jetzt einnimmt; sie läßtuns zugleich schließen, welchen Eindruck eine solche Composi-tion gemacht haben würde, wenn sie wäre ausgeführt worden.
Man sieht, daß man nach der Zeichnung, welche uns vonder Architektur dieses Denkmals eine so schwache Idee aufbe-wahrt, schwerlich ein anderes Urtheil darüber fällen könnte,als daß es eine ganz neue Erfindung, ein Ganzes von unge-wöhnlichen Ideen und Verhältnissen sei, in welchem aber dieArchitektur gegen die Bildhauerei nur eine sehr untergeordneteRolle spielt. Wenn man sich der damals angenommenen undund seit langer Zeit üblichen Typen der Grabmäler und christ-lichen Mausoleen erinnert, muß man gestehen, daß MichelAngelo, von allen denselben gänzlich abweichend, eine ArtDenkmal erfunden, wovon noch nie und nirgends ein Musteroder auch nur eine Idee vorhanden, und das, wenn es wäreausgeführt worden, der neuern Bildhauerei ein ganz neues