Band 
Erster Band.
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Sansovino.

im Jahre 1505 begonnen, und ihre Hauptkapelle wurde nachdem Modelle des Bildhauers und Architekten Christophoro dalLegname aufgeführt. Im Jahre 1556 erhielt Sansovino denAuftrag/ das Ganze zu vollenden. Seine erste Sorge undEines seiner hauptsächlichsten Verdienste, die man hier bewun-dert, war, den Bogen der schon vorhandenen Kapelle, ihrGesims und die allgemeine Anordnung alles Uebrigen in diesemInnern mit einander in harmonische Verbindung zu bringen,welches er auch mit eben so viel Gcschicklichkeit als Geschmackausgeführt Sein Plan stellt ein vollkommenes Viereck dar,in dessen Mitte sich eine Kuppel von müßiger Höhe erhebt,die auf vier Wandsäulen an eben so vielen Pfeilern ruht,wodurch auf jeder Seite sich drei Schiffe bilden, deren Brei-testes das Mittlere ist. Seine Fa^ade oder sein Portal bietetnichts Merkwürdiges dar, außer daß man hier eines der erstenBeispiele von Vorderseiten mit mehreren Ordnungen von Wand-säulen findet, die man in dem folgenden Jahrhundert mit vielzu viel Eintönigkeit wiederholt hat. Uebrigens hatte Sansovinobei dieser Composition augenscheinlich die Absicht, sie hinsichtlichder Höhe mit jener des alten Prokuratiegebäudcs in Ueber-einstimmung zu bringen. Diese Absicht verkündigte er schon,wie man gesehen, bei seinem Bibliothekgebäude; Scamozzi aber scheint alles Mögliche gethan zu haben, derselben entgegenzu arbeiten, indem er vielleicht darauf ausging, seinen neuenAufriß für das ganze Gebäude des St. Markusplatzes ge-nehmigen zu lassen.

Sansovino ist der Urheber vieler Werke von mindererWichtigkeit, die aber gleichwohl von der Manigfaltigkeit seinerKenntnisse und der Fruchtbarkeit seines Genies zeugen. Esgibt in Venedig mehr als ein Grabmal von ihm, bei welchemdas Talent des Architekten dem des Bildhauers den Rangstreitig macht, oder wo man beide Künste nur desto schönervereinigt findet. Hierunter gehört nebst Anderen in der Kirche