289
welche den Eingang in ein schönes Vestibül bilden, aus demman in einen durch zwei Seitenfenster erhellten Saal im Erd-geschosse gelangt. Zur Linken ist die sehr bequeme Haupttreppevon drei Absätzen, welche in die obere Etage führt. Hier istbesonders der schöne Vorsaal nach Art einer Loggia merkwür-dig, in deren Verzierung Galeazzo Aleffi das Seltenste undHerrlichste geleistet, was die Kunst vermag. Man bewunderthier die Eleganz der Bogen, die auf der einen Seite sich aufSäulen stützen und auf der Seite der Mauer durch großeNischen wiederholt werden. Das Gewölbe ist mit achteckigenFeldern, gefüllt mit sehr hervorspringenden Einsetzrosen, geziert.An beiden Enden sind große Nischen mit Standbildern ange-bracht. Von hier gelangt man in einen prächtig verziertenSaal. Man muß gestehen, daß die innere Eintheilung diesesPalastes im Allgemeinen herrlich und bequem, voll Geschmackund sehr verständig ist. Doch würde man in unserer Zeitwünschen, daß der Architekt eine kleinere Verbindungstreppcangebracht. Diese Bequemlichkeit wird in den Palästen jenerEpoche allgemein vermißt. Aber was für uns ein Bedürfnißwäre, dem der Architekt nothwendig entsprechen müßte, wares damals keineswegs. So wahr ist es, daß man bei Beur-theilung der Werke der Architektur, auf die Einrichtungen undGewohnheiten jedes Jahrhunderts Rücksicht nehmen muß.
In der Vorstadt cki 8sn kiero zählt man mehrere
schöne Paläste, die nach den Zeichnungen Galeazzo Alesi'serbaut worden. Unter diesen zeichnet sich besonders der Palastder Familie Grimaldi aus. Aber noch mehrere und längere -Erwähnungen dieser Art würden den Plan unseres Werkesüberschreiten und den Leser unnützer Weise ermüden, da solcheBeschreibungen höchst langweilig sind, wenn man nicht auchdie Augen an ihrer Verständigung Theil nehmen lassen kann.
Die Meisterwerke, womit Galeazzo Alessi Genua währendseines langen Aufenthaltes daselbst bereichert, hatten die Auf-