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- finden, ist der Palast Lancelloti, welcher, zur Unterschei-dung von einem Andern dieses Namens, an dem einen Endedes Platzes Navona erbaut ist. Es ist eine sehr brave Massevon 130 Palmen in der Länge, auf 80 in der Höhe undbesteht aus vier Etagen, das Erdgeschoß, das heißt dieFenster des Untersatzes mit inbegriffcn, wo man mit Ein-schluß des Thores sieben Qeffnungcn zählt, deren senkrechteEinfassungen aus abwechselnd mehr oder weniger starkenBossagcn bestehen; die nämliche Eintheilung findet man auchin dem Untersatze. Der Ueberrest der Fa^ade des Gebäudesbesteht ganz in sehr kräftigen, regelmäßig behauenen vor-stehenden Werkstücken, die sich zwischen den Etagen, so wiezwischen den Fenstern, deren Einfassungen von einem sehreinfachen Style sind, gleichförmig und symetrisch vertheiltfinden. An dem Gesimse bemerkt man ebenfalls nichts sehrMerkwürdiges. Aber an diesem Aeußern findet man eine ernsteund strenge Uebereinstimmung und einen Charakter, dessenEinfachheit selbst den Hauptcffekt macht, sehr lobenswürdig.
Sei es, daß Pirro Ligorio , indem er sich Untersuchungenund Privatarbeiten gewidmet, die sich auf den wissenschaft-lichen Theil der Architektur bezogen, weniger nach Gelegen-heit gestrebt, seine Kenntnisse in großen Unternehmungenpraktisch anzuwenden, oder daß ihn das Glück von dieserSeite weniger als die meisten berühmten Architekten seinerZeit begünstigt: genug, man kennt zu Rom , wo er sichdoch sehr lange aufgehalten, wenig Gebäude von ihm. In allenFällen aber muß der Ruf eines Künstlers, so ferne er we-nigstens auf die Nachwelt gelangen soll, sich weniger aufdie Quantität als auf die Qualität seiner Werke gründen.Wir fügen noch hinzu, daß das Talent des Architekten nichtnach der Größe der Gebäude zu bemessen, die er aufgeführt.Dieß hat uns Pirro Ligorio durch eines der kleinsten zugleichaber berühmtesten Denkmäler Roms bewiesen, dessen Ruhm