Band 
Erster Band.
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Pirro Ligorio .

Nichts ist schwerer als dem Geiste ein bestimmtes Bildvon der Annehmlichkeit und Schönheit der Werke der Archi-tektur, besonders solcher Werke, die sich vor Allem durchdie Feinheit und Eleganz der Erfindung empfehlen, mitWorten zu entwerfen. Deßwegen entlehnen wir hier, alsdas Beste, was man hierüber finden kann, die kurze Be-schreibung, welche die Herren Percier und Fontaine in ihremWerke über die berühmtesten Lusthäuser Roms undseiner Umgebungen über dieses herrliche und malerischeGesammtganze gegeben. Sie sagen hierüber:

Sie (die Villa ziia) wurde nach dem Vorbilde der alter-thümlichen Häuser erbaut, die Pirro Ligorio sich zum Ge-genstände eines besondern Studiums gemacht. Dieser geschickteKünstler, welcher mit den Talenten eines Architekten dieKenntnisse eines gelehrten Alterthumskenners verband, wußteauf einem sehr kleinen Raum Alles zu vereinigen, was dazubeitragen konnte, diese Wohnung zu einem höchst angenehmenAufenthalte zu machen. Im Mittelpunkte eines mit Blumengeschmückten Amphitheaters, von grünen Hainen umgeben,baute er eine offene Loge, die er mit Stuckaturarbeiten undschönen Gemälden zierte. Er führte dieselbe auf einem Un-tersatze auf, welchen das Wasser eines, von Marmor, spru-delnden Quellen, Bildsäulen und Vasen umgebenen Beckensbespült. Zwei Treppen führen zu Ruheplätzen, welche durchkleine mit Nischen und Bänken von Marmor gezierte Mauernvor Wind und Wetter geschützt, im Schatten der Bäumedie sie umgeben, einen ersten Ruhepunkt gewähren. ZweiSäulenlauben, deren innere Wände mit Stuckaturarbeitenbedeckt, führen auf beiden Seiten in einen, in Feldern vonMusivarbeit gepflasterten Hof, welcher durch eine Brustmauergeschlossen und mit Sitzbänken umgeben ist, die sehr zweck-mäßig vertheilt sind. Diesen Hof ziert eine Fontaine, derenWasser aus einer Vase von kostbarem Marmor sprudelt. Im